Manson, ganz ungleichgültig

„Die hohe Kunst des Mirdochwurscht“? „Wie man sich kunstvoll ein Ei auf Sachen backt“? „Feinsinniges Mittelfingerheben für Anfänger und Fortgeschrittene“? Zugegeben, es ist sauschwer, den so einfach klingenden Titel kongenial ins Deutsche zu transportieren, aber „Die subtile Kunst des darauf Scheißens“ (mvg) ist´s gewiss nicht – und stellt eine hohe Hürde da, sogar beim Empfehlen. Aber ich empfehle ja eh nur Originale, also: The Subtle Art of Not Giving a Fuck – A Counterintuitive Approach to Living a Good Life von Mark Manson.

Weil: es genau darum geht. Was ist ein „gutes Leben“? Es geht eben nichtdarum, auf alles„zu scheißen“, sondern darum, sich kunstvoll und ausgesucht einen Dreck zu scheren, also  sich nicht mit den falschen Fragen zu beschäftigen, sondern mit dem wichtigen – wozu man  zunächst einmal die Prämissen im eigenen Kopf und Herzen putzen muss, weil man andernfalls tatsächlich verleitet ist, von der Wiege bis zur Urne alles falsch zu  sehen, zu denken und zu fühlen. Mark Manson versteht davon einiges, schließlich hat er selbst lang genug alles falsch gemacht, aber da der Kosmos so freundlich war, ihn mit reichlich Humor, Esprit und Weisheit auszustatten, ist „The Subtle Art“ ein wahrhaft bemerkenswert wunderbares Buch geworden.

Aber ehe ich jetzt ein paar Dutzend der bemerkenswertesten Sätze und Bonmots abtippe, sagen wir´s doch lieber mal so: Meine Tochter bemerkte verwundert, dass das Buch, obwohl ich es doch erklärtermaßen so unheimlich gut fand, wochenlang auf meinem „Les-ich-gerade-Stapel“ lag, von dem Bücher normalerweise binnen eines Nachmittags gelesen verschwinden. Ich bin alles andere als ein Prokrastinator. Wohl aber Genießer, und es gibt eben Dinge, die man sich am besten auf der Zunge zergehen lässt. (Ich fürchte, die deutsch betitelte Empfehlungshürde ist gerade noch etwas höher geworden, aber wer weiser werden will, muss da eben drüber oder durch …)

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