Let´s Make Money

Auf den britischen Kanalinseln liegen in diversen Trusts etwa 15 Billionen Euro an schwarzem Privatgeld herum, das via Caymans, Schweiz und Luxemburg dann wieder einen nützlichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leistet – allerdings nur dem der Besitzer. Gedankenspiel: Verzinste man die Kohle regulär zu Normalreichensparersatz von sagenwirmal 6% und erhöbe dann eine unerhörte Kapitalertragssteuer von sagenmirmal 25% auf die Zinsgewinne, verfügten die Staaten Europas über jährlich 250 zusätzliche Milliarden Steuereinnahmen. Womit man die Komplettbegrüng der Energieversorgung bis 2020 lässig hin bekäme, ohne irgendeinem Kleinsparer in die Tasche greifen zu müssen oder wahlweise jährlich fünffach erreichen könnte, dass kein Mensch mehr hungert, verdurstet oder an Malaria verreckt.

Die Zahlen stammen aus Erwin Wagenhofers gelungen unschöner Dokumentation Let´s Make Money, randvoll mit Erhellendem, entstanden nach dem letzten Crash-Knall, und dringend zu goutieren vor dem nächsten. Müsste eigentlich für eine Revolution reichen, bestünde das Publikum nicht aus Individuen mit der Aufmerksamkeitsspanne von Stubenfliegen.

Einen verblüffenden Kommentar zu letzterem sowie zur Gesamtlage liefert Mike Ruppert in der erst recht sehenswerten Dokumentation Collapse, die im Grunde nur aus … Mike Ruppert besteht. Der wachen Geistern wegen seines maßgeblichen Werkes „Crossing The Rubicon“ ein Begriff sein wird, also praktisch niemandem. Ansehen sollte man sich den unter Dauerstrom stehenden Autodidakten allerdings, zuhören sollte man ihm erst recht, und vermutlich sollte man es ihm sogar nachtun, aber ich will hier nicht das Ende verspoilern. Bemerkenswert jedenfalls Mikes gehässiger Kommentar in die Richtung all jener, die ihn als „Verschwörungstheoretiker“ billig diffamieren: Die Theorie liege lange hinter ihm, er sei seit Jahren Verschwörungswissender. Recht hat er.

Ergänzende Frage: Gibt es RWE noch? Nicht, oder? Nach der Schadenersatzklageandrohung gegen uns alle wegen der AKW-Abschaltung haben sämtliche Kunden der Firma den Stecker rausgezogen, korrekt? Gottlob. Andernfalls hätt ich ja auch den Rest der Welt endgültig nicht mehr verstanden.

P.S.: Für des Englischen mächtige Sparfüchse: PBS strahlte vorgestern eine ebenfalls recht aufschlussreiche Doku aus, und zwar im Rahmen der Reihe Journey To Planet Earth. Plan B: Mobilizing to Save Civilisation, 90 Minuten über die jüngste Reise des in alle wesentlichen Sprachen übersetzten „Environmentalist“en Lester Brown. Online ist das Ganze bis wenigstens zum bis 1. Mai, geeignet für schattige Apriltage, und zwar jederzeit hier.

Dieser Beitrag wurde unter Klima, Medien, Politik abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.