Vorsorgeuntersuchung

Statt schon wieder 450 eigener Seiten zum Thema „Natur ist kein Streichelzoo“ und „Unsere sorglose Hybris bringt uns noch um“, erlaube ich mir hier lediglich den Hinweis auf den klugen und kurzen Alternet-Kommentar Tsunami and Nuke Deaster: How human arrogance intensifies suffering inklusive der schlichten Wahrheit:

„It is the collision between a natural hazard and human society and economy that creates the disaster. (…) Japan’s tragedy (…), stems more from the hubris of overdevelopment.“

Könnte von Edward Heller sein. Ist aber von Arun Gupta. Ebenso wie der abschießende warnende Ausblick (nicht von Thilo Beck):

„In the case of climate change, which is likely to reshape our world with unimaginably dire consequences, one “solution” gaining traction is geo-engineering. Geo-engineering is based on the assumption it’s too difficult to shift human society toward a low-consumption, shared economy. Instead, keep on driving those SUVS to big-box retailers to fill your McMansion with more crap because we will just re-engineer the earth to adapt it to global warming and our rapacious consumer economy.

It sounds like a joke, except that some of the biggest billionaires in the world, such as Bill Gates, are throwing their wealth into far-fetched schemes to re-engineer the earth, the oceans and the atmosphere. When something goes wrong, as it inevitably will, it will make plugging an undersea volcano of oil or cooling a runaway nuclear reaction seem like child’s play.“

Auch wenn die Frage, in wie weit „wir“ überhaupt auf Katastrophen vorbereitet sind, noch nicht allzu laut gestellt wird vor lauter schockierender Katastrophen, empfehle ich entspannten Buddhisten mit optimistischem Blick auf die nächsten Inkarnationen z .B. ein schlichtes Googlen des Begriffs „Lükex“. Das nämlich bedeutet, ganz neologistisch, LänderÜbergreifende KatastrohenEXercise und findet alle paar Jahre statt. Letztes Jahr wurde Bioterror am Flughafen simuliert, dieses Jahr steht „Zusammenbruch der Netze wegen Cyber-Warfare“ auf dem Programm.

Sofern ich meine auf dem Weg zur „Prophezeiung“ befragten Experten richtig verstanden habe, waren in der Vergangenheit nicht nur die Szenarien Desaster, sondern auch der jeweilige Übungsgausgang. Berichtet wurde und wird darüber nicht, allenfalls lokal als Mehrzeiler mit erhobenem Daumen („prima gelaufen!“), und beruhigend ist ja immerhin, dass die Teilnehmer im internen Chat darauf hinweisen, bei allen Macken und Fehlern schon bei den leichesten Übung unsererseits werde ja bei uns immerhin überhaupt was geübt, gelegentlich. Denn unsere europäischen Nachbarfreunde finden schon so was ja völlig affig, teuer und typisch german ängstlich und vertrauen doch lieber auf das klassische: Wird schon.

Na. Dann können wir uns ja locker machen. Falls irgendwas aus Frankreich oder der Tschechei strahlt, machen wir einfach die Grenze dicht und lassen die Strahlung nicht rein.

„Barilla-Nudeln sind gerade im Angebot, beim Edeka.“ (Edward Heller)

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2 Antworten zu Vorsorgeuntersuchung

  1. Irmgard Udink sagt:

    Ja, ja
    habe gestern in den WDR Nachrichtengehört das die Schutzzone um die Atommailer vergrößert wurde.
    Da sie jetzt 100 km beträgt kann ich mir demnächst Jodtabletten holen falls uns das belgische Teil um die Ohren fliegt,

    Was soll ich aber machen wenn die sich geirrt haben und ich 110 km weit entfernt wohne.?

  2. SB sagt:

    Ja, das ist eine berechtigte Frage. Weil: wenn Sie 110 Kilometer weit weg sind, dann brauchen Sie ja gar keine Tabletten. Wir sollten das melden. Aber wem?
    Nein, keine Sorge, die Strahlung ist doch gar kein EU-Bürger – da passt der Zoll schon auf und lässt die gar nicht erst auf deutschen Boden. Schon wegen der Champignons.

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