Joe, Lucy, Oxfam und die Sockenpuppen

Erhellend, wahlweise amüsant: Joe Dispenza hält aus triftigem Grund den Menschen selbst für sein wirksamstes Heilmittel („Du bist das Placebo“), Michael Schmidt-Salomon verbreitet ganz grundlos Hoffnung, und Luc Besson erkundet mit seiner Lucy spielerisch und scheppernd das Potential des menschlichen Gehirns, ausgehend von der Prämisse, wir nutzten nur 10% unseres Potenzials. Fragt sich bloß: wieso nur 10%? Derzeit nutzen die meisten doch bloß 1%, mehr braucht man ja nicht zum Essen, Saufen, Vögeln und Dschungelcampkucken. Denn nutzten wir tatsächlich wenigstens 10%, hätte die Revolution doch längst begonnen – spätestens mit der frischen Oxfam-Feststellung, dass inzwischen eine Buslandung „wohlhabender“ Menschen mehr besitzt als die halbe Menschheit zusammen, in Zahlen: 80 ganz normale Leute so viel besitzen wie 3,5 Milliarden andere ganz normale Leute.

Das Problem wäre ja nun tatsächlich leicht und im Hand- oder Halsumdrehen zu lösen – entlang des heiteren Schiedsrichter-Mottos „Ich weiß, wo dein Auto steht!“ – und alle anderen Probleme der Welt wären gleich mitgelöst, denn es kostet ja nur einen Bruchteil des Vermögens der 80, den ganzen Planeten über Nacht zu kurieren (Björn Lomborg hat diesbezüglich einen ganz guten Vorschlag „auf Tasche“, der lediglich die 50 täglichen Schwarz-Zins-Milliarden der 80 kostet …). Aber statt dessen serviert man dem Michel und seiner Frau Ablenkungsmanöver vom Schlage SED reloaded und deren dementes Poltern in Richtung Hartz-IV-Wähler, man müsste nicht den 80 Leuten, sondern allen ab 400.000 Euro Jahreseinkommen 80% Steuern abnehmen. Wär´s nicht so frustrierend, müsste man klatschen: Denn wer auch immer von den 80 Businsassen die Idee hatte, Gysi, Wagenknecht und Konsorten als sprechende Sockenpuppen zu installieren: Die Investition hat sich wirklich gelohnt.

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