Text- und Terrorverarbeitung

Kurz vor dem finsteren Jahrestag des „Jahrhundertverbrechens“ ein paar Ergänzungen zum Stand von Terror und Verarbeitung: John S. Coopers Roman Das fünfte Flugzeug wird vom WDR am 1. 9. Und 8. 9. Jeweils um 23 Uhr als zweiteiliges Hörspiel aufgeführt, bearbeitet und inszeniert hat das Ganze der wunderbare Andreas Westphalen – der Roman bleibt natürlich lesenswert, ist aber nun auch überaus hörenswert. Und die darin entworfene waghalsige „Verschwörungstheorie“ ist zwar garantiert angreifbar, aber ebenfalls garantiert nicht halb so absurd wie die offizielle.

Zu jener gibt´s reichlich neuen Stoff, wie gelegentlich erwähnt, aber nachtragend sei nun auch noch Marcus B. Klöckners Beitrag erwähnt, nämlich 9/11 – Der Kampf um die Wahrheit. Absolut lesenswert und auf den Punkt, was die diesbezüglich unrühmliche Rolle der Medien betrifft (wozu ich dann allerdings auch noch mal einen Blick auf die jüngste heitere Entgleisung der seriösen BBC zu werfen empfehle. Libyer, die – live aus Tripolis – auf dem grünen Platz feiern, allerdings weder live sind noch Libyer, sondern erstens aus dem Archiv und zweitens Inder. Das hat schon was, frei nach dem Motto der Leitmedien: Mallorca, Mumbai – für unsere Zuschauer sehen die doch eh alle gleich aus.

Die belletristische Verarbeitung des Spiegelfechtens und -bombens hat übrigens SPON-Redakteur Yassin Musharbash in seinem Romandebüt Radikal ganz vorzüglich eingefangen – und Musharbash glänzt nicht nur mit Hintergrundwissen und erstklassigen Figurenzeichnungen, sondern auch einem verflucht realitätsnahen Plot: Wer da jetzt in wessen Auftrag wen beschattet, zerbombt und wer wem die Tat aus welchem Grund in die Schuhe zu schieben versucht, ist nämlich erfrischend irrwitzig. Und obendrein relevant. Sensationelles Debüt, das. Lesen.

Und falls noch einer kommt und aus seiner gemütlichen Schrankwand raunt, „Stört mich nich beim Fernsehen, so was gips doch alles gar nich!“ – Don Hazen (Alternet) ruft gerade zu Spenden auf, damit Investigativreporter Nick Turse weiter belegen darf, dass die USA ihre bestätigten Secret Operations zukünftig nicht mehr nur in 70 Ländern durchführen werden, sondern in 120 Ländern, sprich: Verschleppungen demnächst auch in ihrer Nachbarschaft, und alles ganz ohne Prozess.

Falls also jemand 100 Dollar übrig hat: Rüber damit zum Turse.

P.S.: Ach so, was den wunderbaren Westphalen betrifft – von dem gibt´s noch mehr Hörenswertes, und zwar das Feature Die Wahrheit aussprechen, ebenfalls beim WDR, und zwar am 30. August um 23 Uhr. Inszeniert als Gerichtsverhandlung, kommen Skeptiker wie Verfechter der konkurrierenden 9/11-Theorien zu Wort, und das verspricht doch mindestens hochspannend zu werden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Medien, Politik, Romane, Sachbuch abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Text- und Terrorverarbeitung

  1. Pingback: Hörenswert: Das fünfte Flugzeug : Mathias Broeckers

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.