Luftanhalten ist ein schlechter Berater

„Als würde ein Elefant von einer Hauskatze angegriffen. Und würde dann, genervt und um der Katze auszuweichen, versehentlich von einer Klippe springen und sterben.“ (John Ioannidis, Epidemologe (Stanford)

Alltäglich sterben 150.000 Menschen aus der Welt. 25.000 davon verhungern, aber Hunger ist ja nicht ansteckend, also brauchen wir auch wegen dieser 25.000 kein zusätzliches Klopapier. 15.000 unser 150.000 täglichen Toten sterben an den Folgen des Rauchens. Auch Passivrauchen ist nicht ungefährlich, aber wir schaffen wegen dieser Gefahr nicht die Versammlungsfreiheit ab. Und wegen unserer zahlreichen Verkehrstoten reißen wir auch nicht all unsere Autobahnen aus dem Boden.

Etwa 1.800 Menschen versterben alltäglich an Grippeviren. Es sterben nicht 25.000 oder 15.000 Menschen täglich an Corona. Sondern ungefähr 250. Weltweit. Einschränkung: Etliche dieser Menschen sterben wohl nichtan Corona. Sondern mit Corona. Die behandelnden Ärzte weisen darauf ausdrücklich hin: Alle bisher Verstorbenen hatten zahlreiche ernste Vorerkrankungen, an denen sie ohnehin eher früher als später verstorben wären. Es ist daher mehr als kühn zu behaupten, die bisherigen zirka 8.000 Todesopfer seien „an“ Corona gestorben.

Abermals: Es handelt sich bei den global allenfalls 250 pro Tag Verstorbenen nicht um junge Verhungernde (Zahlen, bitte (#1): Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind). Alle Coronatoten waren alt und hatten zwei oder mehr Vorerkrankungen. Hierzu lassen sich zwei Spoiler nicht vermeiden. Spoiler 1: Wer sich mit 2, 3 ernsten Vorerkrankungen (Kategorie Krebs, Diabetes, Herzschwäche), diversen Pharmadauerpräparaten in den Blutbahnen und 85 Lebensjahren auf dem Buckel auch noch eine Lungenentzündung einfängt, stirbt. Das ist kein Corona-Phänomen, sondern normal. Ärzte bezeichnen die Lungenentzündung als Freund der ganz Alten, denn wir müssen an irgendwas sterben, und das Wegdämmern ins Ewige ist fast allen anderen Abgängen vorzuziehen. Spoiler 2: Keinem unserer nun toten, vorher uralten Erkrankten hat die Beatmung auf den Intensivstationen etwas genützt. Und dabei wird es bleiben. Keinem, der mit 80+ sowie 2, 3 Vorerkrankungen zusätzlich an Covid-19 erkrankt, wird die Intensivpflege etwas nützen. Wer alt und polymorbid an Covid erkrankt, stirbt.

Deshalb möchte ich morgen von allen offiziellen Stellen weltweit hören: „Über 80jährige mit drei Vorerkrankungen und frischer Lungenentzündung behandeln wir nicht auf Intensivstationen, die schicken wir zum Sterben nach Hause, denn sterben müssen ja alle. Jüngeren ist es auch wieder gestattet, Sterbenden die Hand zu halten. Und sich zu Trauerfeiern zu versammeln. Auf eigene Gefahr. Alte und gebrechliche Teilnehmer an Trauerfeiern sind auf diese bestehende Gefahr ausdrücklich hinzuweisen. Unsere Intensivstationen und unser medizinisches Personal stehen selbstverständlich jüngeren Corona-Lungenentzündungspatienten weiter offen. Die Mortalitätsrate bei U-80, nicht vorerkrankten Corona-infizierten Patienten liegt derzeit bei etwa 0%.“*

Die Corona-Krise ist keine Virenkrise. Die Corona-Krise entlarvt uns als ängstliche, hysterische Wirklichkeitsverweigerer. Die Corona-Krise zeigt auf, dass wir komplett den Verstand verloren und gar keinen Begriff mehr davon haben, was „Leben“ überhaupt bedeutet. Wir sind tatsächlich schwer krank, alle zusammen, allerdings weniger körperlich als geistig.

Ursache unserer Erkrankung ist nicht ein Virus, sondern unsere Verweigerung, den Tod als unvermeidlich wahrzunehmen. Den Tod aller Menschen, die wir lieben, wie den eigenen täglich drohenden Tod. Wir sprechen darüber nicht. Der Tod hat in unseren Leben keinen Platz. Den werden wir demnächst einfach besiegen. Es werden demnächst auch nicht mehr 3 von 4 Deutschen an Krebs sterben. Es werden auch nicht mehr 4 von 4 Deutschen an irgendwas sterben. Sondern bestimmt keiner mehr. Weil unsere Wissenschaftler ewig haltbare Zellen erfinden. Oder wir uns einfach alle in die Cloud hochladen. Google macht das schon. Und bis dahin optimieren wir uns halt selbst.

Wir schaffen das. Wir blenden tatsächlich vollständig die Tatsache aus, dass wir alle sterblich sind. Und dass die Sterbensgefahr mit zunehmendem Alter exponentiell wächst. Dass, wer auf die 100 zugeht, wahnsinnig gefährlich lebt.

Der Mainstream feuert gegen solches Basisfühlen hochemotional, mit schwersten Geschützen: Italien weiß nicht mehr, wohin mit all den Leichen. Es sind ja schon über 2.000. Sehr alte Leichen. Natürlich sind darunter auch solche 85jährigen, die „plötzlich und unerwartet“ gestorben sind, ohne Vorgeschichte. Etwa 200, höchstens. Im Zeitraum von einem ganzen Monat, in dem anderswo 775.000 Menschen verhungert sind. Aber die Geschichten, die uns zu diesen uralten Verstorbenen erreichen, schockieren uns. Rühren uns zutiefst. Das könnte auch uns passieren! Ja, sogar unsere so unbeschwerten, kerngesunden, gerade kregel die Blumenbeete wendenden 95jährigen Eltern könnten urplötzlich von Corona dahingerafft werden, herausgerissen aus unserem Leben in der Spätblüte ihres eigenen! Unser Mitgefühl bringt uns förmlich um. Gefühl ist gut. Verstand ist schlecht. Hart und gemein. Der Verstand soll auch draußen bleiben. Das DARF nicht passieren! Unsere Lieben dürfen nicht sterben! Auch nicht mit 90 oder 100 Jahren!

Unsere Antwort ist daher konsequent. Wir machen alles zu. Damit niemand die Alten ansteckt. Unsere Kellner und Kosmetikerinnen sind in 4 Wochen pleite, der ganze Mittelstand auch. Sowie sämtliche Restaurantbesitzer. Sowie eigentlich alle. Außer … wir drucken einfach Unmengen Giralgeld auf alle Konten, gönnen uns den Tritt in die Falle „Grundeinkommen“. Und schaffen das Bargeld ab, die letzte Hürde auf dem Weg zu unserer totalen Kontrolle. Und natürlich heben wir auch gleich noch alle Grundrechte auf. Um unsere 90jährigen zu schützen. Versammlungen sind und bleiben ab jetzt verboten. Abweichende Meinungen werden gelöscht. Und wir überwachen das. Wo auch immer sich die Bewegungsdaten von mehr als 5 Smartphones zusammenrotten, greifen wir hart durch und räumen. Es wird Opfer geben. Die müssen wir bringen.

„Das muss man bringen.“ Sagt man hier oben in Norddeutschland.

Zahlen, bitte (#2): Stürben an oder mit Corona tatsächlich, wie von irgendwelchen Virologen (!) (nicht Epidemologen) laut und panisch CFR-getönt wird, 4% der über 85jährigen Infizierten und infizierte sich obendrein die gesamte Menschheit, hätten wir am Ende der Krise etwa 300 Millionen sehr alte Menschen ein paar Tage, Wochen oder Jahre zu früh verloren. Das wäre eine logistische Krise, in der Tat, weil wir nicht vorbereitet sind auf den Tod von 300 Millionen statt sonst 55 Millionen binnen eines Jahres. Auch dieses Armageddon-Worst-Case-Szenario stellte aber keine existenzielle Menschheitsbedrohung dar. Wir wären auch danach noch 7,5 Milliarden, unser Fortbestand wäre nicht im Geringsten gefährdet. (Im Gegenteil. Ressourcen- und Klimaproblematik sollten trotz der derzeitigen Panik noch nicht vollständig in Vergessenheit geraten sein.)

Sprich: Schlimmstenfalls kann uns nichts passieren. Aber dieses die Menschheit nicht im geringsten gefährdende Alptraum-Szenario ist obendrein vollkommen unrealistisch. Die deutlichen Hinweise mehren sich ja von Japan bis Stanford, dass die „Corona-Pandemie“ nicht 4% der Erkrankten (Alten) dahinrafft, sondern allenfalls 0,05%. (Diesem Link zu Prof.  John Ioannidis bitte folgen):

“A population-wide case fatality rate of 0.05% is lower than seasonal influenza. If that is the true rate, locking down the world with potentially tremendous social and financial consequences may be totally irrational. It’s like an elephant being attacked by a house cat. Frustrated and trying to avoid the cat, the elephant accidentally jumps off a cliff and dies.”

Es ist übrigens vernünftig, sich in der Grippe-und-Corona-Saison öfter mal die Hände zu waschen und Distanz zu den Mitmenschen in Bus und Bahn zu wahren. Nicht erkältet zum Arzt zu gehen. Und vielleicht auch mal ein Kind nicht in die Schule zu entsorgen, sondern selbst zuhause zu betreuen, wenn es fiebert.

Dass die meisten von uns das bisher offenbar nicht wussten, ist ein bisschen beunruhigend.

Aber noch wesentlich beunruhigender ist, dass wir jetzt alles schrotten, was wir über Jahrhunderte so schwer erkämpft haben, was uns lieb und teuer uns lebenswichtig ist: Freiheit, Grundrechte, die Zukunft unserer Kinder. Und alles wegen einer Lungenentzündung, an der nur uralte Leute sterben?

Norddeutsch: „Das muss man bringen.“ Auszusprechen in geeignet staunendem Tonfall.

Ich bitte hiermit um Veranstaltungshinweise für Termine in direktem Anschluss an die Pseudokrise. Wir sollten uns nämlich nicht einreden, dass man uns nach diesem Homeland-Security-Testlauf die entwendeten Rechte freiwillig zurückgibt, daher befinden wir uns ab dem Tag 1 „nach Corona“ im Endspiel. Solidarität können wir bis dahin schon mal hervorragend üben, denn direkt nach der Atempause (sic) werden wir sie auf neue kämpferische Weise brauchen.

(*) Aus gegebenem Anlass (= der irren Interpretation meiner Zeilen, ich befürwortete Euthanasie) gestatte ich mir mit Hinweis, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Zeilen die Intensivtherapie mittels Beatmungsmaschine oder künstlicher Lunge (ECMO) bei sämtlichen multimorbiden Ü80ern chancenlos geblieben war. Es sollte erkennbar sein, dass ich es für humaner halte, wenn wir Todgeweihten die Hand halten (gern zuhause), als sie isoliert, allein und an Maschinen angeschlossen im Krankenhaus sterben zu lassen. Das kann man natürlich anders sehen. Meinungsverschiedenheiten hierzu sollten wir nach meinem Dafürhalten in gegenseitigem Respekt aushalten.

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24 Antworten auf Luftanhalten ist ein schlechter Berater

  1. Detlef Jeske sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  2. Bea Hertz sagt:

    Welch genialer Kommentar.
    Wunderbar, dass es noch Menschen gibt, die Ihren Verstand einschalten. Hatte in den letzten Tagen schon die Befürchtung, bei den allermeisten Menschen wäre derselbige vor lauter Panik irgendwo auf der Strecke geblieben.
    Aber sicherlich nicht ungefährlich.
    Menschen mit untadeliger Reputation können diese von einem Tag auf den anderen verlieren, weil sie sich in ähnlicher Art und Weise zu dieser „Pandemie“ äußern.
    Also nicht nur genial, sonder auch noch mutig. Danke.

  3. Danke,lieber Sven Böttcher, für diese klaren, in vielerlei und dreifach Hinsicht sehr schmerzhaften, Gedanken! Halten Sie letztlich UNS ALLEN den Spiegel vor, was „wir“ mitmachen und welchen Beitrag wir leisten! Denn „Unterlassung“ kann auch eine sehr aktive Tat sein, selbst wenn es sich „nur“ aufs Denken und Nachfragen bezieht. Ich frag mich (wie so oft und nicht nur) in diesen Tagen: Was kann ich so ganz konkret tun?????? Hey, lässt uns doch mal genau diese Frage ONLINE und GEMEINSAM besprechen (wenn denn dann noch genug Bandbreite zur Verfügung steht, weil auf einmal ALLE diese Variante für sich entdeckt haben@) Herzlich und auch nachdenklich-besorgte Grüße in die Runde und die Welt, Joachim Beyer-Wagenbach (Begleiter auf dem Weg zur inneren Stimmigkeit und ganzheitlichen StimmWirkung)

  4. Dr. rer. nat. Felix Schielein sagt:

    Danke, lieber Herr Böttcher, für den in jeder Hinsicht faszinierenden Artikel. Sprachlich brilliant, philosophisch tiefgründig, human, alterozentriert und mitfühlend.

    Ein paar medizinische Ergänzungen: Der Irrtum beginnt schon im Sprachgebrauch. Covid-19 ist nicht „das“ neuartige Corona-Virus, sondern „ein“ neuartiges. Corona-Viren hat es schon viele gegeben, sie mutieren munter – sie sind ja RNA-Viren – und treten immer wieder neu auf. „Das“ artikuliert das Besondere und schürt allein schon so die Panik.

    Ich gehöre selber zur Hochrisiko-Gruppe: Allein altersmäßig, aber besonders wegen einer schweren viralen Lungenerkrankung, die ich vor 60 Jahren durchgemacht habe, und zu meiner Schande auch durch meine 20-jährige Raucherexistenz. Ich habe trotzdem keine Angst und schon gar keine Panik vor dem Virus.

    Zu einem bedrohlichen Krankheitsgeschehen gehören immer die beiden Seiten der Medaille: Der Erreger UND das Substrat, also in diesem Fall der Mensch. Es ist nicht so, dass – wie uns die mechanistischen Denker weis machen wollen – hier das „böse“ Virus ist, und dort der „arme, bedrohte, hilflose Mensch“. Wir tragen ständig Myriaden von Viren und Bakterien in uns. Wir leben und sterben mit ihnen zusammen. Irgendwann.

    Gegen das Überhandnehmen und krank Machen dieser Begleiter haben wir den mächtigsten Schutz in unserem Organismus: Unser Immunsystem. Ein intaktes Immunsystem wird leicht mit den Corona-Viren fertig. Das sind dann die sogenannten „symptomlosen“ Verläufe. Dies, solange wir dem Immunsystem nicht in den Arm fallen. Covid-19 befällt bevorzugt die Atemwege. Warum sagt niemand, dass es doch jetzt endlich an der Zeit wäre, mit dem Rauchen aufzuhören? Den das Immunsystem unterdrückenden Alkoholkonsum wenigstens einzuschränken? Die Ernährung in Richtung vegan wenigstens etwas zu verschieben? 2,3 Tage Gemüsefasten einzulegen um die Autophagie anzukurbeln? Raus an die frische Luft, an die Sonne zumal, oder wenigstens Vitamin D zu ergänzen? Statt dessen schließt man die Parks. Vor dem Virus, wie gesagt, habe ich keine Angst. Angst ist der schlechteste Berater, denn sie unterdrückt das Immunsystem zusätzlich. „Nocebo“-Effekt nennt man das. Sorge habe ich allenfalls davor, dass wir unsere Wirtschaft so stark schädigen, dass für die eh schon mickrigen alterozentrierten Bemühungen unserer Regierung (Hunger, Flucht, Dürre, Klimawandel) keine Mittel mehr übrig bleiben.

    • Hendrik Türke sagt:

      Lieber Herr Schielein,
      herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Er spricht mir aus tiefster Seele. Was auch immer hinter all diesen Aktivitäten steckt: Es geht auf jeden Fall nicht um den Menschen und schon gar nicht um dessen Gesundheit. Denn dann wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, überall darauf hinzuweisen, was die Gesundheit fördert und vor allem das Immunsystem stärkt. Das Problem ist: die von ihnen genannten Maßnahmen sind zwar alle richtig, aber mit ihnen lässt sich hat leider kein bzw. wenig Geld verdienen. Irgendwann wird ein (vermutlich nicht ausreichend getesteter) Impfstoff auf den Markt kommen, denn sich die völlig verängstigte Bevölkerung willfährig verordnen lassen wird.

  5. M. Anderson sagt:

    Natürlich teilweise richtig, die Gedanken; leider jedoch unter Zuhilfenahme falscher Zahlen und einiger Verdrehungen.
    Und: Schon Berichte aus Italien gehört? Die Ärzte und Pfleger dürften mit dem ganz normalen Sterben vertraut sein…
    Wir werden es wohl am Ende sehen, wer Recht gehabt hat… Aber es ist schon auch etwas seltsam anzunehmen, unsere „Mächtigen“ würden für nichts unsere Wirtschaft aufs Spiel setzen…

    • Sven Böttcher sagt:

      Helfen Sie mir gern. Die richtigen Zahlen wären extrem hilfreich. Wie viele Menschen leben tatsächlich gerade symptomlos mit dem Virus – und wie viele sterben „an“, nicht „mit“? (Sie kennen ja die diesbezüglichen Zahlen aus Italien, hier benötigen wir ganz dringend Klarheit).

  6. Sven Böttcher sagt:

    Auch dies gern kommentieren: https://www.epicentro.iss.it/coronavirus/bollettino/Report-COVID-2019_17_marzo-v2.pdf

    Und/oder mich korrigieren, denn ich lerne gern dazu. Soweit mein Italiensch mich trägt, entnehmen wir dieser Darstellung:
    Das Medianalter liegt bei 80.5 Jahren (79.5 bei den Männern, 83.7 bei den Frauen).
    10% der Verstorbenen waren über 90 Jahre alt; 90% waren über 70 Jahre alt.
    0.8% der Verstorbenen hatte keine chronischen Vorerkrankungen.
    Ca. 75% der Verstorbenen hatten zwei oder mehr Vorerkrankungen, ca. 50% hatten drei oder mehr Vorerkrankungen, darunter insb. Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs.
    Fünf Verstorbene waren 31 bis 39 Jahren alt, alle mit schweren Vorerkrankungen.
    Das Gesundheitsinstitut lässt weiterhin offen, woran die untersuchten Patienten starben, und spricht allgemein von Covid19-positiven Verstorbenen.

    Sie verstehen mich ja richtig. Ich verharmlose nichts, ich warte auf Fakten. Dazu gehört zwingend eine solide Datenbasis. Der Blick allein auf die Intensivstationen, ohne geeignete Bewertung, ob die bisher gottlob so wenigen Verstorbenen an oder mit Corona starben, ist sicher nicht annähernd ausreichend, um die Gefahrenlage richtig einzuschätzen.

  7. Cornelia Schielein sagt:

    @M.Anderson „Berichte aus Italien gehört?“

    Hier ein aktueller Artikel zu dem Thema:
    https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-italien-gruende-1.4851458

    Es gibt durchaus auch Gründe, für dieses vermehrte „Corona“-Sterben in Italien, neben den oben bereits erwähnten (Alter/Vorerkrankungen) z.B. auch politische (Reduzierung der Gesundheitsausgaben um über 20% in den letzten Jahren) und umwelttechnische (Industriegebiete mit hoher Schadstoffbelastung)
    Freundliche Grüße

    • Sven Böttcher sagt:

      … Zusatz: https://www.telegraph.co.uk/global-health/science-and-disease/have-many-coronavirus-patients-died-italy/

      Money Quote: „But Prof (Walter) Ricciardi (scientific adviser to Italy’s minister of health) added that Italy’s death rate may also appear high because of how doctors record fatalities: “The way in which we code deaths in our country is very generous in the sense that all the people who die in hospitals with the coronavirus are deemed to be dying of the coronavirus. On re-evaluation by the National Institute of Health, only 12 per cent of death certificates have shown a direct causality from coronavirus, while 88 per cent of patients who have died have at least one pre-morbidity – many had two or three,” he says.“

  8. Chris sagt:

    Danke Sven für diesen Kommentar. Alle haben den Verstand verloren, leider.

    • Anna sagt:

      Schön zu sehen, dass ich nicht allein stehe mit meiner Meinung. Vielen Dank! Sehr guter Artikel, klar formuliert, und letztendlich mutig, diesen zu veröffentlichen!

  9. Hark Petersen sagt:

    Danke! Ein sehr schöner Text. Ich habe Ihnen eine e-mail mit längeren Texten geschickt, die ich an meine Kontakte per e-mail und whatsapp geschickt habe. Unerwartet bekomme ich auf diese jetzt aber kein „Kontra“ oder Gegenargumente. Ich wünschte mir, sie würden Gegenargumente haben und mich zur Einsicht bringen, dass ICH verrückt bin und nicht alle anderen… Aber – es kommt GAR KEINE Rückmeldung. Ja, gut eine Handvoll positive (diese dann aber auch mit 100%iger Zustimmung). Niemand scheint mehr in der Lage, noch selbst gegenzuprüfen und selbst zu denken. Alle wie tot, Hauptsache der Fernseher läuft. Falls sich in diesem Forum jemand für meine Texte interessiert, darf er mich gerne hier kontaktieren. Auf Facebook habe ich die Seite „Frühling auf Föhr“ eingerichtet. Hier sind die Texte auch, allerdings teilweise in kürzerer Form, hinterlegt.

    • Sven Böttcher sagt:

      Danke auch. Klasse Texte, wahre Worte. Alles gelesen, ich empfehle beide hiermit zur Lektüre, versuche die irgendwo zu verlinken, ob nun hier oder im FB. Aber „Frühling auf Föhr“ wird auch angesteuert. (Ihre Hinweise darauf, dass Föhr garantiert überhaupt null komma gar kein Corona hat, weil ja alle nach den Februarurlauben in Italien schön die Fähre hinter sich verbrannt haben … schön beschrieben. So macht man das, und schon kann einem nichts mehr passieren. Außer natürlich gemeinsam pleitegehen und verhungern, aber man muss halt Opfer bringen).

  10. Andi sagt:

    Oh mein Gott, ich dachte ich wäre der einzige Mensch der so denkt. Äußern darf man so was in der Öffentlichkeit nicht. Wenn ich bisher mal so mutig war, erntete ich Ausrufe wie:“assozialer Typ“, „hoffentlich trifft es dich“ und ähnliches. Auf der Arbeitsstelle: “ na klar, du weißt was richtig ist, während alle Regierungen auf der Welt falsch liegen“. Also bin ich ruhig und mache den ganzen Schwachsinn mit, mir bleibt nichts anderes übrig, nachdem Frau Merkel heute klar gemacht hat, dass Verstöße gegen die „Regeln“ (Verbote hört sich nicht so schön an), jetzt polizeilich und vom Ordnungsamt geahndet werden. Mit einem Infektionsschutzgesetz kann man alle Grundrechte aushebeln, wie einfach das doch ist.

  11. Gratuliere, Sven Böttcher, zu dieser klaren Stellungnahme gegen die grassierende Heuchelei. Wir sind zutiefst erschrocken über Grippetote im Greisenalter, bekommen dabei spezifische Begleit-Probleme ausgeblendet: Hohe Altersstruktur der Norditaliener; freizügiger, resistenzförderlicher Umgang mit Antibiotika dort; starke Luftverschmutzung; Abbau von Krankenhäusern seit 2011. Demgegenüber bleiben wir unberührt von den zigtausend Kindern, die täglich verhungern oder aufgrund eines Handelsembargos gegen den Irak gestorben sind.

    Sie sprechen dabei einen Aspekt an, der mir ebenfalls wichtig scheint: Die Menschen scheinen oft die Endlichkeit zu verleugnen. Es gibt eine Gestalt in der Mythologie, die einen solchen sehr bewussten Umgang mit dem Leben und seiner Begrenztheit und Endlichkeit symbolisiert. Vielleicht kein Zufall, dass dieser Jüngling traditionell auf übelste Weise diffamiert wird. In einem Beitrag für den Rubikon habe ich es im Februar dargestellt: Die Eigenverantwortungslüge (https://www.rubikon.news/artikel/die-eigenverantwortungsluge). Es geht um den sympathischen Narziss. Er leidet an der Vergänglichkeit seiner geliebten Zwillingsschwester beziehungsweise seiner Eltern, aber letztlich auch an der von sich selbst. Dessen ist er sich klar bewusst. Das hat mit maßloser Eigenliebe nichts zu tun, sondern nur mit angemessenem, gesundem Selbst-Bewusstsein. Ein Gewahrsein unserer Endlichkeit als eine Grundtatsache des Lebens könnte wohl viele scheinbare Probleme relativieren und uns zu einem netteren Miteinander motivieren.

  12. Peter sagt:

    „Ursache unserer Erkrankung ist nicht ein Virus, sondern unsere Verweigerung, den Tod als unvermeidlich wahrzunehmen. Den Tod aller Menschen, die wir lieben, wie den eigenen täglich drohenden Tod. Wir sprechen darüber nicht.“

    Es ist ja nicht der Tod, den die Meisten nicht akzeptieren können, schon das banale Älterwerden ist für die meisten Leute eine Katastrophe.
    In unserer Stadtbücherei könnte man mittlerweile eine ganze Abteilung mit Büchern von Leuten aufmachen, die meinen, einen richtiges Altern beibringen zu müssen.
    Wie groß muss bspw. der Narzissmus einer Margot Käsmann sein, die meint, einen mit ihren knalldoofen Ratschlägen zu diesem Thema belästigen zu müssen.

    Andererseits: hat man tatsächlich eines dieser Bücher gelesen, fällt es einem erheblich leichter, dieses irdische Jammertal zu verlassen.

  13. Daniel sagt:

    Herr Böttcher, vielen Dank dafür, dass Sie mich zum zweiten Mal auf den Boden der Tatsachen zurückholen (das erste Mal war kurz nach meinem ersten MS-Schub)

    Tatsächlich habe ich auch lange erzählt, dass viel mehr Leute an Grippeviren sterben und der Klimawandel eine viel größere Bedrohung darstellt. In den letzten Tagen und Wochen haben es die Medien, die Politiker, die Leute in meinem Umfeld geschafft, dass ich glaubte, es gäbe hier tatsächlich eine echte Bedrohung und die ganzen Maßnahmen seien berechtigt.

    Dank dieses Artikels bin ich zurück in der Realität! Danke!

  14. Matthias sagt:

    Guten Tag!

    Der vorgetragene Bericht hat im wesentlichen alles zusammengefasst womit ich mich in den letzten Wochen beschäftigt hatte.
    Ob die Zahlen nun stimmen oder nicht ist für die Betrachtung nicht abschließend bedeutsam. Sie werden sich verändern, die Quellen werden sich vermischen und am Ende haben wir einen Durchschnitt!

    Viele Menschen halten sich aber genau an dieser Maßeinheit fest weil es die einzige Möglichkeit ist einer Vielzahl von Menschen etwas „zu erklären“!

    Wir sollten größer denken! Daher habe ich mich mal direkt an die WHO gewendet und da angerufen. Beim RKI hatte ich es ebenfalls versucht, kein Anschluss!!!

    Ich hatte nur eine Frage: Wie alt waren die Menschen die gestorben sind und wie viele hatte Vorerkrankungen. Die Dame am Telefon hatte mich gefragt aus welchem Grund ich das wissen wolle! Meine Antwort: Damit ich aus erster Hand eine verlässliche Zahl erhalte und dann das wirkliche Risiko besser einschätzen kann!

    „Es steht doch alles schon in der Presse!“ und wimmelte mich ab.

    Heute habe ich einen Bericht aus dem Jahre 03/2019 vom Wissenschaftsdienst des Deutschen Bundestag gelesen. In diesem Bericht wurde angemahnt, von UNSERER REGIERUNG(!), das sich die Finanzierung der WHO in einer Größenordnung
    von 80 % zusammengesetzt aus Stiftungen (Bill Gates!) und Spenden aus der Industrie und privat! Die verbleibenden 20 % sind die Pflichtbeiträge der Mitgliedsstaaten. (Der Bericht ist frei zugänglich!)

    Es werden zwischenzeitlich mehr Projekte finanziert die schnelle Erfolge versprechen und öffentlich wirksam sind! Aha!

    Ich weiss nicht wie es Ihnen/Euch geht! Aber die Vergangenheit hat uns gelehrt das die Verknüpfung und Finanzierung einer Institution die eigentlich unabhängig arbeiten sollte und über die Wirtschaft finanziert wird immer mehr den Interessen der Finanzierenden folgt!

    So wie bei allen undurchsichtigen Theorien ist am Anfang der „Anfangsverdacht“!

    Wir beschäftigen uns derzeit mit dem Sterben und begegnen uns selbst!
    Das wir vor lauter Geschwindigkeit nicht einen Moment inne halten und über unsere eigene Vergänglichkeit nachdenken holt uns gerade ein!

    Es ist immer ein emotionaler Moment wenn ein Mensch von uns geht. Hatte ich in der Vergangenheit auch bereits mit meiner Schwester die mit 26 verunglückte usw. !
    Aber das passiert!

    Wir sind alle vergänglich und werden nun damit konfrontiert das es dieses Thema gibt!
    Aber das macht einen Virus noch lange nicht gefährlich! Und auch nach einer persönlichen Tragödie läuft nicht jeder gleich den Jakobsweg!

    Danke für eure Zeit! Danke Herr Böttcher!

    WIR MÜSSEN JETZT HANDELN! ICH BIN DABEI! WER HAT EINE GUTE IDEE?

  15. Hermann Öllinger sagt:

    Genau was ich auch denke. Der Wahnsinn muss ein Ende finden, zerstört ist bereits genug! Eine Petition sollte es geben, die verbreitet wird und dazu wird es viele Unterzeichner geben. Ist das eine Idee?

  16. Hermann Öllinger sagt:

    Viele alte, schwerkranke Menschen wollen gar nicht mit Maschinen weiter am Leben erhalten werden. Es wird immer angenommen, jeder will den Tod solange möglich hinauszögern und dass wir dazu immer mehr Intensivbetten brauchen die dann knapp werden.

    Das Sterben ist ein Teil des Lebens. Wenn wir ein gutes Leben führen brauchen wir keine Angst vor dem Sterben haben. Wir brauchen nicht künstlich am Leben erhalten werden, wir müssen sterben dürfen.

    Ein festes Alter festzulegen, wo kein Intensivbett mehr zur Verfügung gestellt wird, halte ich für problematisch. Jeder Mensch ist unterschiedlich, aber viele werden von sich unterscheiden können, ob sie mit Intensivbehandlung weiterleben wollen.

  17. Sabine Krause sagt:

    Das ist mein erster Kommentar im Internet. Vielen Dank, Sven Böttcher, für Ihre Artikel, insbesondere den obigen. Man muß schon sehr bösartig sein, diesen so mißzuverstehen. Aber gut, so ist das mit der Kommunikation: es kommt nicht so sehr darauf an, was man sagt, sondern was beim Empfänger ankommt.
    Die Frage zum Tod ist eben sehr essentiell. Meine Eltern sind beide über 80. Ich bin froh, dass sie noch bei relativ guter Gesundheit leben. Und zwar in ihren eigenen 4 Wänden. Aber ich weiß auch, dass in diesem Alter jeder Tag der letzte Tag sein kann (wie ja eigentlich bei uns allen auch). Wenn das Telefon zu ungewöhnlicher Zeit ihre Nummer anzeigt, mache ich mich immer schon auf das Schlimmste gefasst. Auf das „Schlimmste“? Ist es in diesem hohen (!) Alter nicht erlaubt, zu sterben?
    Ich glaube, wir denken, wir haben einen Anspruch darauf, nicht zu sterben. Und wenn schon, dann haben wir einen Anspruch darauf, nur an bestimmten Krankheiten zu sterben – jedenfalls keineswegs an einem Virus. Und schon gar nicht an Altersschwäche.

    Ich arbeite in einem Altersheim – ich denke, eins der Besseren mit kleineren Wohngruppen, Essenkochen in der Wohngruppe, relativ Zeit für die Bewohner. Ich frage mich manchmal trotzdem, ob ich da meinen Lebensabend verbringen wollen würde. Große, helle Räume, Einzelzimmer und ein Speisraum für 16 Personen. Wie Hotel. Aber möchte ich ständig im Hotel wohnen oder nicht lieber familiär und gemütlich? Es gibt natürlich soziale Betreuung (Tanzen, Singen, Basteln, Biografiearbeit,…), aber ansonsten leben die Bewohner von Mahlzeit zu Mahlzeit, sitzen in ihren Zimmern, freuen sich auf Besuch – und haben nicht mehr das Gefühl, gebraucht zu werden. Und nun gibt es wegen Corona null (!) Besuche, es kommen keine (!) Therapeuten, die soziale Betreuung ist auf ein Mindestmaß zusammengeschrumpft. Dabei können wir noch froh sein: Ich habe schon gelesen, dass die Alten in manchen Einrichtungen in ihren Zimmern bleiben müssen und dort auch alleine essen. Und das ohne Aussicht auf ein Ende!! Da frage ich mich wirklich, ob wir völlig durchgedreht sind. Unsere Alten, die wir jetzt angeblich schützen, sterben nicht an Corona, sondern an Einsamkeit, Kummer und Angst.

    Übrigens las ich letzte Woche, dass jährlich 40.000 Menschen in Deutschland an Alkohol sterben, weltweit 3 Millionen! Haben wir schon mal was davon gehört, dass Alkohol verboten würde?

    Las gerade ein Buch: „Die Wurzeln des Lebens“. Sehr zu empfehlen. Es geht darum, wie der Mensch den Wald und damit seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört. Dann taucht man aus der Geschichte auf und denkt: Corona? Was soll das sein?

    So, ich hoffe, wir kriegen die Kurve und kommen in einer Gesellschaft an, in der wir gemeinschaftlich, ökologisch und verbunden mit allem leben werden. Ich hoffe es für meine Kinder und meinen Enkel.

  18. ilseluise sagt:

    Vielen Dank für diesen so wichtigen Beitrag.

  19. Diana sagt:

    ALLES . . . . was Sven Böttcher schreibt . . . . . es ist so wahr und es tut so gut !!! Ich bin mit diesen Gedanken, welche diese Volksverarschung angeht nicht alleine.
    Vielen Dank Sven. Toll, dass es Sie gibt.

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