Top of the Pops

… und erst recht Top of the Moms, unter „mother´s little helper“: Blockbuster Viagra musste nämlich jüngst den Spitzenplatz in den Pharma-Charts räumen, und auch die beliebten SSRIs auf den Plätzen dahinter sind verdrängt worden vom neuen Alles-Abräumer, ta-taa: Abilify!

Ich kann mir nicht helfen, ich liebe die PR-Abteilungen von Big Pharma: denn das ist eine echte Kunst – einen Thorazin-Klon als Smartie-Pille für jedermann zu vermarkten und bis auf 7 Milliarden (!) US-Dollar Jahresumsatz zu pushen (sic). Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass die ganzen Unglücklichen draußen wie drüben überhaupt ahnen, was sie sich da gegen den alltäglichen Überforderungs-Blues einwerfen. Dass Abilify gegen Alltagskummer wirkt, bestreitet garantiert niemand: Abilify wirkt sogar gegen schwerste Schizophrenie, denn der gnadenlose Wirkmechanismus lässt sich wohl am schlichtesten beschreiben mit „komplette Wegdröhnung“. Danach ist Totenstille im Hirn, das Pflegepersonal kann shoppen gehen und der User nicht mal mehr die Packungsbeilage lesen.

Gut, dass der 7-Milliarden-Umsatz-Fanclub das auch schon vor dem Einwerfen nicht konnte: lesen. Und wir anderen freuen uns schon mal vor auf alle gesetzlichen Kassen sprengenden Nachfolgehit Simplify, der ab 2016 an Abilify vorbeizieht. Denn dass die frische No. 1 allerhöchstes Suchtpotenzial hat, steht ja auch nur im ungelesenen Kleingedruckten …

Details? Hier (von Jay Michaelson).

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