Nichtglauben

Was für ein Irrglaube, man könne auf die vermutlich religiös klingende Frage „Woran glaubst Du?“ wahrheitsgemäß antworten: „An nichts“. Meinen könnte man natürlich, auch und gerade im Advent: „Nicht an Gott“, was zulässig wäre und mit dem Zusatz „und an die anderen Götter auch nicht“ sogar klug, verriete es doch, dass der Antwortende sich ein paar Gedanken gemacht hat und weiß, dass Götter Menschenwunsch sind, Menschenwerk – und keine dicken Bücher schreiben. Damit glaubt der Antwortende aber noch nicht an „Nichts“, denn aus seinem wie auch immer unreflektierten Glauben ergibt sich sein alltägliches Handeln, und mit einem Glauben an „Nichts“ verhielte er sich garantiert nicht so, wie er sich verhält – sofern er eben nicht nach Lust und Laune Passanten abknallt oder sonstwie alle fünf Elemente gerade sein lässt.

Die Antwort „an nichts“ ist also bloß souverän klingender Ausweis von Faulheit im Denken und Fühlen, verbunden mit schweigendem Schlachterhundgemüt. Gott und Götter sind für den aufgeklärten Antwortenden gestorben, mit ihnen aber bequemerweise auch alle sich aus den dicken Menschenfabelbüchern ergebenden Ansprüche, Gebote, Bergpredigt-Vorschriften und der ganze andere niedergeschriebene nützliche Aberglaube. Ersetzt worden ist all dies aber mitnichten durch ein Bekenntnis zum „Nichts“, sondern durch bequeme Verantwortungslosigkeit dem Leben, dem (anderen) Menschen und der Schöpfung gegenüber. So meint der „An Nichts“ Antwortende eben nur „Ich glaube, dass ich in dieser temporären Existenz kommentarlos über Leichen gehen kann, die ich mir nicht mal ansehen muss.“

Buddha Eastwood sagt: Wer die nächste Runde im Cockpit einer Küchenschabe starten möchte – go ahead, punk, make my day.

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