Kleingedrucktes Kismet, schallend widerhallend

Th. Hör mal, Schicksal, du hast doch echt einen an der Waffel, und zwar big time. Da schließt man als verantwortungsbewusster Vater eine Risikolebensversicherung ab, damit die Kinder im Ablebensfall des Alleinversorgers wenigstens bis zum 18ten Geburtstag genug Geld haben, um dem Vormund nicht auf der Tasche zu liegen, zahlt artig und weiß trotz zwischendurch jahrelang übelst verlaufender MS: Ich bin ja wenigstens tot noch zu was nütze! Du, Schicksal, Ratte, kannst doch aber nicht ernsthaft verlangen, dass ich dran denke, dass diese Versicherung nur bis 2013 läuft (weil nämlich 2013 den Abschluß des 20stens Lebensjahrs von Tochter 1 markiert, also des Urgrundes für den Versicherungsabschluss); und schon gar nicht kannst du verlangen, dass ich beim gesegneten Eintreffen von Tochter 2 und Tochter 3 neben der jeweiligen Anpassung der „Bezugsberechtigten im Todesfall“ auch noch dran denke, dass diese Scheißversicherung auf 20 Jahre befristet ist.

Und jetzt? Ja, jetzt hast du die Lacher natürlich auf deiner Seite. Da hätte ich schon rechtzeitig das Weite suchen müssen, also in den finsteren ruinierten Jahren zwischen 2006 und 2009, ohne Arme, ohne Kekse; da hätt´s nämlich gestimmt, das „tot bin ich mehr wert als lebendig!“

Aber jetzt? Du versaust einem aber auch wirklich jede Pointe.

Einen 48jährigen für 10 Jahre versichern? Bis zum 20sten der Jüngsten (2022)? Nur für den Todesfall (nicht für den Behinderungsfall, Himmel, nein, oder Berufsunfähigkeitsfall oder solchen Quark) Ja. Kein Problem. Kostet so bummelig 800 im Jahr. Und wenn der ne Krankheit hat, die statistisch gesehen das Leben nicht verkürzt …?

(Lachen vom Band, ausgiebigst, nicht enden wollend.)

Stimmt aber gar nicht ganz. Die nette Mitarbeiterin des angefragten Versorgungswerks hat gar nicht gelacht, sondern war selbst schockiert über die Klausel. Sie musste ja nachgucken. Und konnt´s gar nicht glauben. War aber sehr nett, die Frau. Wir haben einander ein sonniges weiteres Leben gewünscht. Unversichert. Jedenfalls einer von uns.

Das nächstgelegene Casino ist nur sechs Kilometer weit weg. Da komm ich sogar mit dem Fahrrad hin. Jetzt brauch ich nur noch irgendwas, ums auf Schwarz oder Rot zu setzen. Nehmen die auch Fahrräder?

P.S.: Ja, Andreas, und ja, Anke, ich schreib´s jetzt einfach auf und hin, das in euren Augen so mordsspannende Buch über MS und alle anderen „Autoimmunerkrankungen“, über Pharma, Ärzte, Ernährung, Gifte, Balance von Qi bis Gong und meine wundersame Heilung. Aber wehe, es beschwert sich dann nachher wieder jemand, dass es das nur für den „Kindle“ vom bösen, bösen amazon gibt.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Ernährung, Sachbuch abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.