OBL, entsorgt

Höchste Zeit, so kurz vor dem 10ten „9/11“-Jahrestag und den dazugehörigen Reden, den mutmaßlich schon seit vielen Jahren mausetoten Al-Kaida-Chef nun auch offziell zu den Fischen zu schicken. Fragt sich nur, ob diesmal nicht auch der tumbe Normal-Tagesschaukucker aufmerkt und sich kopfkratzend wundert, wieso die Amis denn dem Meistgesuchten gleich ein „Kill-only“-Kommando schicken, nach vollbrachter Tat ein billiges Photoshop-Foto der zerschossenen Leiche in alle Kanäle blasen und den Leichnam dann auch noch (schneller als die pakistanische Polizei erlaubt) vom Hinrichtungsort entfernen, 1.700 Kilometer weit ans Meer fliegen, dort sofort kremieren und anschließend auch noch außerhalb der Dreimeilenzone seebestatten, dass es eine Art hat – aber garantiert keine islamische. Und: wie kriegt man denn jetzt die DNA-B-Probe an den Start? Mit ner Angel?

Ach so, und falls der eine oder andere es nicht mitbekommen hat: das zwischenzeitlich nach 183 Waterboard-Sessions hinter sogar für die 9/11-Commission fest verschlossenen Guantanamo-Türen vollgeständige „9/11-Mastermind“ Khalid Sheich Mohammed wird jetzt – entgegen Barack Obamas Ankündigung vom Vorjahr – doch nicht öffentlich in New York präsentiert und gerichtlich verhandelt, sondern vor ein Kriegsgericht gestellt. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit, in Guantanamo. Was der US-Präsident en passant erwähnte, bei Bekanntgabe seiner erneuten Kandidatur für das höchste Amt.

Aber so ein 10ter Jahrestag ist ja in der Tat ein schöner Anlass zum Großreinemachen. (Ecken nicht vergessen, da ist noch reichlich Schmutz).

P.S.: Vormerken und nach Lektüre Wikipedia-Einträge korrigieren: 11. 9. – Zehn Jahre danach: Der Einsturz eines Lügengebäudes von Mathias Bröckers und Christian C. Walther erscheint im Juli bei Westend/Piper (für 16.99 €), und ich versichere, da ich die Autoren kenne, dass es lesenswert sein wird.

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