Benzinhamstern

DeMaiziere liest nach eigener Aussage so was wie Ellsbergs “Blackout” privat nicht, was er ja schon beruflich tun sollte, die Städter sind total locker drauf und bestellen im Ernstfall lieber ne Pizza (FASZ von heute, O-Töne auch im Netz), und die schlauen Leute von hier, die aus dem Alten Land, waren heute morgen alle an der Tanke, Brötchen holen und Unmengen Benzinkanister auffüllen. Wenn die Städter das sehen könnten … naa, dann würden sie auch nichts anders sehen (die Notstromaggregate werden übrigens langsam knapp, aber, klar, dafür ist ja eh kein Platz in der Wohnung, also, weitergehen, hier gibt´s nix zu sehen).

(Btw, für Minister in spe, Link auf die andere Blogseite (DGW) und von dort aus weiter: Der Bundestag hat unlängst die Zwangsdigitalisierung mit “Smart Meter“s beschlossen, also die Öffnung eben jener Cyberwar-Tür, durch die man jetzt offenbar schon den Terror oder den Iwan eindringen und uns allen die Lichter ausknipsen sieht. Smart? Geht so. Bzw. anders.)

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Be evil

… lautet firmenübergreifend das eiserne Motto der Pharmaindustrie, aber nach der 5-Milliarden Sovaldi/Harvoni-Abzocke kann man ja durchaus noch einen draufsetzen. Gut, dass Martha Rosenberg weiter aufpasst (am frischen Beispiel des “EpiPen“) – nur schlecht, dass sie höchstens einen halben Lobbyisten bezahlen kann, und Big Pharma Abertausende. (Stehen bleibt: Die ganze Branche gehört wirklich verboten, und, ja, das geht – vergl. gern “Die ganze Wahrheit über alles”).

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6,5 im Sinn

Das Pentagon hat 2015 wieder mal mindestens 60 Milliarden Dollar unauffindbar verbaselt, sich aber immerhin die Mühe gemacht, die Bücher so zu manipulieren, dass am Ende allein für 2015 eine Differenz von 6,5 Billionen rauskommt (Reuters).

Das stört natürlich keinen großen Geist, schon gar nicht hierzulande. (Die vom Pentagon verursachte Flüchtlingskatastrophe kostet uns ja bis 2030 nur bummelig 100 Milliarden, größere Zahlen kriegen wir wirklich nicht in unsere Köpfchen).

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Nachtrag zum MS-Plätzchenbacken

… bzw. zum bissigem Verriß aus der Adventsbackstube (Details bei Bedarf dort):  Harald zur Hausen (“Wir sind alle infiziert” im frischen Spektrum der Wissenschaft) ist natürlich fast so fragwürdig wie ich, da hilft ihm auch sein Medizinnobelpreis nichts. Aber als Discount-”Guru” (Beßler) darf ich doch bitte zustimmend nicken: Ab in die Sonne, und Vorsicht mit der guten Kuhmilch (nicht nur beim Backen).

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Autoren: Vorsicht beim Abtreten (zu Lebzeiten) (Künstlerdämmerung #28)

Um nichts unnötig zu verkomplizieren, verweise ich gern auf Stefan Niggemeiers „Schöner verlegen – mit dem Geld anderer Leute“ sowie Tom Hillenbrands schöne Linksammlung (unter Urheberpauschale.de) – und kann allen hier mitlesenden Mitschreibern nur raten, sich wenigstens mal 10 Minuten mit dem Thema zu beschäftigen, nämlich den Folgen der BGH-Entscheidung, womit am 21. April 2016 die Verlegerbeteiligung an unseren Urhebereinnahmen für unrechtmäßig erklärt worden ist. Rückwirkend. Sowie vorwärts.

Wie ich bereits an anderer Stelle ausführte, wird das Folgen haben – allerdings nicht unbedingt solche im BGH-Urteilssinn, denn die Verleger-Lobby arbeitet mit Hochdruck an einer Gesetzesänderung, so dass zukünftig die Autoren nicht mehr geprellt werden müssen, sondern schlicht gesetzkonform leer ausgehen. Ob das was mit “Gewaltenteilung” zu tun oder wenigstens sonstwie gerecht das ist, lässt sich im Einzelfall bestimmt prima hin- und her wenden, und die Entscheidung, wie man zu seinen eigenen Ansprüchen steht, kann einem ja eh keiner abnehmen – hier sei nur ergänzend vermerkt, auch und gerade für Elfenbein-Schöngeister:

Wenn demnächst die Bitten eurer Verlage bei euch in der Post liegen, doch bitte all eure Ansprüche abzutreten, um so auch weiter “erfolgreich zusammenarbeiten zu können”, bedenkt bitte vor dem freundlichen Hinzaubern eurer ewigen Signatur:

a) Was die VG Wort euch in der Vergangenheit manchmal überweisen hat (und meist ohne Nennung von Gründen oder Details), gehörte und gehört euch. Nicht überwiesen wurde in der Vergangenheit die andere Hälfte, die ebenfalls euch gehörte. Es handelte sich nie um Geschenke, auch wenn sich das so anfühlte.

b)  Es steht euch frei, eure Verleger und Lektoren zu lieben (gut so!) und deshalb bei der VG Wort auf die Auszahlung eurer zu Unrecht einbehaltenen Urhebergelder zu verzichten (vielleicht nicht ganz so gut so). Gleich wie: Lest bitte genau hin, denn rechtlich gesehen dürfte es sich bei einem solchen Verzicht um eine Schenkung eurerseits an eure Verlage handeln, was bedeutet: Ihr müsstet die euch zustehende Umsatzsteuer abführen. Und zwar auch dann, wenn ihr die Nettosummen gleich abtretend weiterverschenkt. Also, ernsthaft, Augen auf beim Abtreten. Lasst euch wenigstens von euren Verlagen versichern, dass ihr nicht am Ende a) auf das euch zustehende Geld verzichtet und b) obendrein noch in Richtung Finanzamt ordentlich draufzahlt.

c)  Rate ich euch ganz undifferenziert dazu, auf eure Ansprüche eben gar nicht zu verzichten, und

d) doch mal zu prüfen, ob ihr nicht auch in die VG Wort eintreten wollt (kostet sagenhafte 15 Euro, allerdings ist das Antragsformular tierisch gut versteckt) und zukünftig mit abstimmen möchtet, was so mit eurem Geld passiert. Es geht ja immerhin um zurückliegende bummelig 500 Millionen Euro (davon bummelig 400 angeblich, siehe Hochtouren-Lobby, verjährt, aber 100 sind ja auch Geld, und da kommt auch in Zukunft noch was nach, gegebenenfalls. Sofern ihr euch darum kümmert. Sonst nicht.

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Jan bleibt

Es fühlt sich aus verschiedenen Gründen ganz falsch an zu schreiben „Jan ist tot“, denn zwar beschreibt das das wohl behördlich den Sachverhalt korrekt, nicht aber im Wesentlichen, also den Zwischenräumen. Also, ja, mein langjähriger Brieffreund, Debattierfreund und Inspirator Jan Moewes hat am 10. Juli 2016, ausweislich 72 Jahre alt, de facto wesentlich jünger, an seinem Schreibtisch spontan und offenkundig jäh und schmerzlos die Arbeit eingestellt. Was ich aus tiefem Herzen bedaure, da er mir entsetzlich fehlen wird.

Dennoch wird er mir von dort, wo sein Geist jetzt weiterweht, nicht widersprechen, wenn ich ihm nicht nur zu seinem diesseitigen Werk mit Inbrunst gratuliere, sondern auch zu seinem konsequenten Abgang – beziehungsweise seiner konsequent angetretenen Weiterreise. Denn ein länger als 5 Minuten dauernder Krankenhausaufenthalt wäre sicher nicht in seinem Sinn gewesen, geschweige denn irgendwelche herzlosen Spinner, die einen an ebenfalls herzlose Maschinen anschließen und noch ein Weilchen oder eine Weile Jahre weitervegetieren lassen.

Nicht, dass so was angestanden hätte, denn in seinen letzten Mails an mich, vom 1. Juli, hatte Jan sogar noch besser geklungen als sonst und sowieso, also erst recht optimistisch, dass wir unsere gefährdete Welt und unsere gefährdeten Seelen doch noch ein bisschen besser und klüger und empathischer machen können. Wir waren uns sogar vollständig einig gewesen, dass wir für Pessimismus einfach schon viel zu alt sind.

Nur: Bei allem Respekt muss mir doch gestattet sein, meinem alten Freund hinterherzurufen: „Super Abgang, aber entschieden zu früh! Natürlich bleibst du, durch deine Werke, deine Worte, aber du hättest doch auch in echt noch eine Weile bleiben können.“ Er möge mir das Quengeln nachsehen, ich gebe zu, das ist egoistisch. Denn ich werde ihm garantiert nicht fehlen, er mir aber garantiert sehr wohl.

Meine Lieblingsbücher von Jan sind selbstredend weiter da, im fassbaren Kosmos. Meinen absoluten und nachdrücklich inspirierenden Favoriten hatte ich schon mehrfach an dieser Stelle gepriesen und zur Lektüre empfohlen, nämlich „Eine kleine Geschichte des Raums: Der Kosmos lebt“*, aber auch Jans letztes Buch lege ich hiermit der ganzen kleinen hier mitlesenden Welt dringend ans Herz: „Ohne Liebe herrscht nur Trauer: Vom Zustand der Welt.“

Aber sogar die Worte „komm gut heim“ gehen mir kaum über die Finger, denn da schwingt so was von „Weggehen“ mit, und davon kann hier ja gar nicht die Rede sein. Jan Moewes geht nicht weg. Jan Moewes bleibt, ganz entschieden. Das einzige, was sich wie alles im Kosmos grad mal wieder gewandelt hat, ist Jans physische Form. Aber dass das nicht der Rede wert ist, darüber waren und sind wir uns ja schreibend wie fühlend immer einig gewesen, und es gibt keinen Anlass, diese Überzeugung wegen einer so kleinen dimensionalen Verschiebung in Frage zu stellen.

Also, mein Bester. Ich bin sicher, dass sich nichts ändert zwischen uns, und ich freue mich, dass du weiterhin ständig in meinen Gedanken sein wirst, ratend, fragend, inspirierend. Danke, dass du warst und bleibst.

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MS für Anfänger, Nachtrag

Wegen “Nischenthema” steht das natürlich nicht mitten in der Presselandschaft, sollte aber Frischdiagnostizierten dringend vorgelegt werden, von den behandelnden Neurologen. Sollten jene das vergessen haben, unten der Link zur gar nicht konspirativen Ärztezeitung, Money Quote vorneweg: “Keine vorschnellen Diagnosen bei atypischen MS-Zeichen – das fordern Neurologen. Die Selbstkritik ist berechtigt: Bei vielen Patienten wird fälschlicherweise Multiple Sklerose diagnostiziert.”

Rest hier. Es gilt somit als nochmals dick unterstrichen: Gehen Sie Ihrem Neurologen auf die Nerven – drängen Sie auf eine gescheite Anamnese und Ausschlußdiagnostik.

(Mit Dank an “fegerandy” und die Damen von Sallys MS-Cafe; schönes Fundstück).

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