#Freiheit

Ich bin ja in Sachen Zukunft nur noch Zaungast, aber in den letzten Tagen hatte ich auf meinem Beobachterposten beträchliche Freude, durfte ich doch förmlich mit am Puls derer kleben, die eine grundsätzlich neue Gesellschaft bauen werden. Und in Sachen „ungespielt“ war (und ist) das tatsächlich bemerkenswert. Denn Simon Unge war bislang „nur“ ein Gamer, der via youtube monatlich 30 Millionen Klicks sammelt, aber seit er gestern der dunklen Seite der Macht den Mittelfinger gezeigt hat und dafür auch seine Auslöschung (finanziell wie aus dem Netz) in Kauf nimmt, erweist sich überdeutlich, dass die Community eben nicht nur aus Schafen besteht (wie wir Älteren gelegentlich befürchten, weil wir, eben, nichts mehr schnallen). Vor dem Web 2.0 konnte Darth Vader sogar Helden wie Kurt Cobain, Prince oder George Michael demoralisieren und aus dem Verkehr ziehen, heute schafft das Empire so was nicht mal mehr mit einem fröhlichen Spieler mit geradem Rücken. Vaders Firma „Mediakraft“ wird in spätestens einem halben Jahr als Ruine dastehen – und stehen bleiben als Mahnmal unserer überholten Denk- und Geschäftsmodelle im Endkampf gegen eine neue Generation (die zwar noch keinen astreinen Plan A hat, aber sogar ohne Plan schon besser dasteht als wir.)

Details? Garantiert ab heute auf allen Kanälen. Einfach mal hier anfangen. (Gilt auch und gerade für all meine Ansprechpartner und Produzenten, die ihr von „ungespielt“ noch nie was gehört habt und bis heute glaubt, youtube sei doch eigentlich, irgendwie, egal.)

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In Sachen lsms.info #3

Wow.

Tausend Dank an euch alle.

Wir bezahlen dann mal rasch unsere bislang unbezahlten Programmierer und Designer (damit auch die ein paar Weihnachtsgeschenke kaufen können) und freuen uns unter der Tanne, dass wir 2015 weitermachen und die noch leeren Menüpunkte füllen dürfen. Alles Weitere bei nächster Gelegenheit hier und via Verteiler.

Ich wünsche euch allen, die ihr mitgeholfen habt, ein sagenhaft segensreiches Weihnachtsfest.

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Abrat (s krz w mgl)

Nassin Taleb: Antifragilität (688 Seiten): „Nur die Harten kommen in den Garten“ auf Kontinentalplattenspeed.

Veronika beschließt zu sterben (Verfilmung nach Coelhos Roman): Vorteil Zuschauer – sich zu Tode zu langweilen ist ja wenigstens ein Grund.

„Diese Wärmflasche ist als Pferd erhältlich“ (amazon): Enttäuschung vorprogrammiert, Sieg beim Derby faktisch ausgeschlossen.

(Vorbildlich und unerreicht bleiben aber aus „Der Rabe“ (circa 1996) und „Der kleine Navigator“ (circa auch so):

Betty Mahmoody: Nicht ohne meine Tochter

Aber ohne mich.

(Rafik Schami)

sowie

Thomas Mann: Der Zauberberg

Kommt ein Mann zum Arzt – und bleibt sieben Jahre.

(Christian Klippel)

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Wand in Sicht (mit 300 km/h)

Uschi vdL war ja schon 2006 so beängstigend offen und ehrlich: „Ein Kind braucht mehr Anregungen und Impulse, als die Mutter ihm geben kann“. Wer so ungeschönt seine eigene Inkompetenz einräumt, dem muss und soll geholfen werden – und dessen Kindern erst recht, indem man sie aus dem Dunstkreis der um Hilfe rufenden Mutter möglichst weit entfernt. Das ist bei vdL gelungen, zum Segen der Kinder. Der Rest der Geschichte ist allerdings ein klassischer Fall von Wahnsinn im gestrecktem Galopp. Denn die schon mit dem Einfachsten überforderte Frau bringt ja seither nicht etwa auf 400-Euro-Basis bei Edeka Milchtüten in Reihe, sondern kraft ihres Vollmeisenschwarms gleich ein ganzes Land auf Kurs Richtung Geschlossene. Daraus lernen wir was? Genau, nichts. Beziehungsweise: „Kommt, wir gucken mal, ob sie die Wickeltische demnächst mit in den Schützengraben stellt.“

Die unbetreute Uschi hat unterdessen ihr Ziel fast erreicht, nämlich das Unmögliche: aus zwei diametral entgegengetzten Ideologien (US-Raubtierkapitalismus und nordkoreanischer Vollkontrolle) tatsächlich alle schlechten Errungenschaften unter einem Dach zu vereinen, ohne auch nur einen positiven Aspekt der beiden Systeme zu erhalten. Und so befinden wir uns in Sachen „Kinder und Familien“ förmlich in der US-DDR, einem wahrhaft komplett verpeilten Monsterapparat. So hat die Betreuungsbedürftige, fälschlich, aber klinisch konsequent von sich auf alle anderen schließend, auf ganzer Linie gesiegt: Wir alle sind im Irrenhaus. Nur sie nicht.

Die verheerenden Folgen sind schon häufiger beschrieben worden, aber Rainer Stadlers “Vater Mutter Staat” verdient trotzdem eine ausdrückliche Empfehlung, denn das Buch ist nicht nur prima recherchiert, sondern auch prima geschrieben – nämlich bewundernswert beherrscht. Was gar nicht so leicht ist, betrachtet man die Fakten in Sachen Familien- und Kinderseelenzerstörung einigermaßen nüchtern. Dass weiterhin zirka 80% der Bevölkerung eben nicht Uschis Meinung sind, sondern diese korrekt als komplett verpeilt erkennen, konstatiert Stadler am Rande, ebenso den zugrundeliegenden Grundfehler, den man sehr schlicht mit „Vergötterung des falschen Gottes BIP“ abkürzen kann. Das einzige, was Stadler – ebenfalls bewunderswert – weglässt, ist der unvermeidliche Ausgang des irren Menschenversuchs.

Denn machen wir uns nichts vor: Noch leben wir zumindest in der Illusion, wir müssten ja nicht mitmachen beim Wahnsinn, wir könnten noch (wie yours truly) Kindern die verlässliche Gegenwart ihrer Mütter erlauben, und sei es, indem wir eben dreimal so viel arbeiten und auf alle Rentenansprüche verzichten, um genau das für die Kinder herzustellen: Aufwachsen in Liebe und Sicherheit. Genau diese Möglichkeit aber wird kommenden Elterngenerationen gerade genommen. Meine Kinder werden nicht mehr die Wahl haben. Sie werden ihre eigenen Kinder vom 6ten oder 12ten Lebensmonat an bis zum Ende der Schullaufbahn den ganzen Tag in fremde Hände geben müssen, ausnahmslos, ganz gleich, wie viele Studien belegen und beweisen, dass das krank und lieblos ist, den Kindern schadet und sie bestenfalls zu astreinen asozialen Psychopathen macht.

Ich habe drei kluge Töchter. Alle drei werden sich unter diesen Umständen entscheiden, entweder das Land zu verlassen oder auf eigene Kinder ganz zu verzichten. Aber ich bin sicher, dass Uschi dazu auch noch was einfällt, um die Truppe wieder auf Kurs zu bringen. Vermutlich müssen wir also nicht nur mit Krabbelgruppen im Schützengraben rechnen, sondern auch mit massenhaften Zwangsbefruchtungen. Was sonst noch an schwarzen Ideen unter diesem Pony flattert, möchte man sich dann allerdings wirklich nicht vorstellen.

Rainer Stadler: Vater Mutter Staat (Ludwig 2014, 272 S., 19.99 €)

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In Sachen lsms.info (#2)

Offenlegung #2, nachdem ich ja schon vor vier Wochen Honorare für „MS für Anfänger“ in Höhe von 513,43 € an unsere gemeinsame Sache überweisen konnte. Der Spendenstand hat sich jetzt nochmal geändert, der hier, von eben …

… ist überholt. Meine Autorenhonorare für die zweite Jahreshälfte betragen weitere 573,80 €, die ich via betterplace jetzt ebenfalls eingezahlt habe. Der neue Finanzierungsbedarf für die lsms-Phase 1 lässt sich jetzt auch auf der lsms-Startseite abrufen, und ich bin regelrecht zuversichtlich, dass wir auch den Rest der Summe noch in 2014 schaffen.

Allen, die „MS für Anfänger“ als ebook gekauft haben, statt das Gratis-pdf mitzunehmen, danke ich abermals von Herzen (im Namen aller, die auf lsms.info schon jetzt reichlich hilfreiche und Hoffnung stiftende Informationen finden).

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Kein Journalismus, nirgendwo

Kürzer und treffender als John Pilger kann man den lebensgefährlichen Stand der Dinge nicht zusammenfassen, drum ist seine frische kurze Ansprache War by media and the triumph of propaganda Pflichtlektüre (wahlweise Pflichtprogramm). Das Fazit sei hier aber für „Keine-Zeit-Leser“ vorweggenommen:

In the 18th century, Edmund Burke described the role of the press as a Fourth Estate checking the powerful. Was that ever true? It certainly doesn’t wash any more. What we need is a Fifth Estate: a journalism that monitors, deconstructs and counters propaganda and teaches the young to be agents of people, not power. We need what the Russians called perestroika – an insurrection of subjugated knowledge. I would call it real journalism.

It’s 100 years since the First World War. Reporters then were rewarded and knighted for their silence and collusion. At the height of the slaughter, British prime minister David Lloyd George confided in C.P. Scott, editor of the Manchester Guardian: “If people really knew [the truth] the war would be stopped tomorrow, but of course they don’t know and can’t know.”

It’s time they knew.

Aber wer sagt´s ihnen?

(Tipp: “Bröckers” und “Putinversteher” googlen. Und danach RSS abonnieren).

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In Sachen lsms.info …

… pflichtschuldig eine kurze Offenlegung, verbunden mit meinem Dank an diejenigen unter euch, die nicht das Gratis-pdf „MS für Anfänger“ mitgenommen haben, sondern so nett waren, das Kindle-ebook zu bestellen (siehe rechts, etwas weiter unten). Dass sämtliche Autorenhonorare hieraus in lsms.info fließen, hatte ich ja versprochen, drum ist der Stand von eben …

… seit eben nicht mehr der Stand von eben (siehe hier). Weil ich für den Zeitraum Ende August bis Ende November 513,73 € Autorenhonorar an lsms überweisen konnte.

Dank euch.

Der Ausbau der Seite geht unterdessen langsam, aber stetig weiter. Programmierung und Design zahle ich weiterhin einstweilen selbst (Danke, Stefan, Heiko und Kristin, für die skandalös niedrigen Honorarforderungen!), an der Erweiterung um den Bereich „Berichte Geheilter“ arbeiten wir (eben: weil 20 Stabile und/oder Geheilte so nett waren, mir den Abdruck ihrer Geschichten für “DuTs” zu gestatten. Also wollen wir diese Berichte nach Möglichkeit in geeigneter Form auch auf lsms weitergeben. Wir arbeiten dran.

Bei weitergehendem Interesse an den Inhalten: Neu eingefügt auf lsms.info sind die „peer review“ten Nachträge zum MRT sowie zum Kortison.

Möge alles hilfreich sein.

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