{"id":505,"date":"2012-05-26T10:15:21","date_gmt":"2012-05-26T10:15:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=505"},"modified":"2012-05-28T19:56:23","modified_gmt":"2012-05-28T19:56:23","slug":"milch-politisch-vollkorrekt-nach-strobele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=505","title":{"rendered":"Gr\u00fcne Milch"},"content":{"rendered":"<p>Hans-Christian Str\u00f6bele hat\u00b4s raus. Wie ich der <em>Spiegel<\/em>-Klatschseite entnehme, setzt der Mann sich jetzt f\u00fcr alle Verbraucher ein und erst recht f\u00fcr sich selbst, denn auf seiner pers\u00f6nlichen Milcht\u00fcte steht \u201eMark Brandenburg\u201c, obwohl die Milch gar nicht aus Brandenburg kommt. Das muss aufh\u00f6ren! Der Milchverbraucher darf nicht derart irre hinters Licht gef\u00fchrt werden! Applaus vom Band!<\/p>\n<p>Mir f\u00e4llt dazu aber noch was ein, n\u00e4mlich ein seit Jahren halb fertig herumliegender Eintrag, denn ich auf diese Weise als quasi brandaktuellen Kommentar zum gr\u00fcnen Vordenker in Sachen Nachhaltigkeit, Humanismus und beifallheischende Inkonsequenz endlich mal kopieren kann. Und sei es nur als Stichwortsammlung.<\/p>\n<p>Vorneweg ein Zitat von Martha Rosenberg aus ihrem sch\u00f6nen kleinen Artikel <em><a href=\"http:\/\/www.alternet.org\/story\/154443\/got_propaganda_why_all_of_the_milk_industry%27s_health_claims_have_proven_wrong?page=3\" target=\"_blank\">Got Propaganda? Why All of the Milk Industry&#8217;s Health Claims Have Been Proven Wrong<\/a><\/em>: \u201eAnd like the other campaigns, it has little chance of selling a product people don&#8217;t particular like which is not particularly good for them. We won&#8217;t even talk about the filth and cruelty of industrial dairy farms and what happens to veal calves (which are byproducts of the dairy industry&#8217;s need to keep cows lactating).\u201c<\/p>\n<p>Dazu meine Stichworte vom langen Post-It-Zettel, notiert auf dem Weg vom einstigen Krankenbett Richtung Gesundenbett, also die wie \u00fcblich garantiert verschw\u00f6rungstheoretisch infizierten Kernvermutungen zum Thema <em>Milchprodukte.<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>a) Nur Schwangere geben Milch.<\/p>\n<p>b) Erwachsene Gorillas trinken keine Milch.<\/p>\n<p>c) Erwachsene Gorillas gehen nicht wegen Osteoporeose zu Daktari.<\/p>\n<p>d) Einer Schwangeren den Euter leerzusaufen ist S\u00e4uglingsmundraub.<\/p>\n<p>e) um unseren Milchdurst zu stillen, muss die Kuh m\u00f6glichst permanent Milch geben, also permanent gerade frische Mutter geworden sein oder es zumindest meinen. Der Irrglaube l\u00e4sst sich in Mutti mit Hormonen prima herstellen, ansonsten wird gekalbt, bis die Schwarte kracht. Das verringert Muttis Lebenserwartung um ein paar Jahre, erst recht aber die des Nachwuchses. Auf zirka ein paar Tage. Denn das Frischgeborene wird unmittelbar nach dem Rausrutschen wahlweise sofort geschlachtet (bevorzugt, wenn er den Schwanz auch vorn hat und eh nie als Milchkuh taugen wird) oder umgehend in Isolierhaft verfrachtet, in eine kleine wei\u00dfe Plastikbox, in der die Kleinkuh dann jammern, Zuckerl\u00f6sung saufen und fett werden darf, um dereinst Muttis Nachfolge anzutreten.<\/p>\n<p>Soweit der politisch vollkorrekte Teil, auf den Strubbel Str\u00f6bele sich gepflegt ein Ei backen kann, denn Kalb ist ja nicht gleich Kind und Kuh nicht gleich <em>die Muddi<\/em>. Aber: wir d\u00fcrfen ja auch mal an die Verbraucher denken oder sogar unsere eigene Gesundheit, drum:<\/p>\n<p>f) unsere Akkordschwangeren werden h\u00e4ufiger mal krank und fressen daher prophylaktisch und gleich herdenweise Medizinschr\u00e4nke leer, die dann halt auch im Euter landen und von dort im gro\u00dfen Bottich neben der automatischen Melkgasse.<\/p>\n<p>g) Milch h\u00e4lt sich gut gek\u00fchlt zwei Tage. Danach wird sie sauer und ungenie\u00dfbar. Immerhin schwimmt aber nach diesen 2 Tagen des Fett aus der Milch auf dem wei\u00dfen Wasser, und dieses Fett kann man absch\u00f6pfen und zu Butter oder K\u00e4se verarbeiten. H\u00e4lt sich verbl\u00fcffend lange, das Zeug. Ohne Tricks.<\/p>\n<p>f) Dass unsere \u201eMilch\u201c l\u00e4nger haltbar ist oder \u201el\u00e4ngerfrisch\u201c oder gar \u201eH\u201c, verdankt sich ein paar schicken Kniffen, n\u00e4mlich der \u201ePasteurisierung\u201c und \u201eHomogenisierung\u201c. W\u00e4hrend erstens nur bedeutet, dass man die Bakterien aus der geklauten Kindernahrung mit Vollgas herauskocht und das Ganze wieder abk\u00fchlen l\u00e4sst, verwandelt das \u201eHomogenisieren\u201c trotz des klanglich humanen Beigeschmacks die Milch in eine Substanz, die auf der Erde schlicht und ergreifend nicht vorkommt.<\/p>\n<p>Am Rande: Binderfarbe von Brillux ist etwas nat\u00fcrlicher und h\u00e4lt sich sogar noch l\u00e4nger als H-Milch. Zwar kostet der Liter Brillux 4 Euro und wirkt zudem noch etwas rascher gesundheitssch\u00e4digend als die Konkurrenz aus dem Milchregal, aber moralisch liegt das Baumarktprodukt um L\u00e4ngen vorn.<\/p>\n<p>Aber, ach, ich h\u00f6r schon wieder DAS Gegenargument: Hafermilch <em>mag<\/em> ich aber nicht.<\/p>\n<p>(Seufzend ab).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hans-Christian Str\u00f6bele hat\u00b4s raus. 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