{"id":2574,"date":"2021-04-24T12:14:41","date_gmt":"2021-04-24T12:14:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=2574"},"modified":"2021-04-24T12:14:41","modified_gmt":"2021-04-24T12:14:41","slug":"diesseits-von-utopia-das-jenseits-fest-ausser-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=2574","title":{"rendered":"Diesseits von Utopia, das Jenseits fest au\u00dfer Sicht"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich mag Erdbeeren, aber nur meine unbehandelten (Corona). Die hiesigen Rehe (12) m\u00f6gen Erdbeeren auch, sogar ungeborene, also gr\u00fcne Minif\u00fcrchte und das dazugeh\u00f6rige Gr\u00fcn. Somit ist mein Plan, im Mai meine eigenen Erdbeeren zu essen, weitgehend vom Tisch, denn um das Beet h\u00e4lt bereits ein 50 Zentimeter hoher Maschendrahtzaun M\u00e4use und Schnecken leidlich zur\u00fcck (die M\u00e4use k\u00f6nnen hervorragend buddeln), ein zus\u00e4tzliches Vogelnetz soll nun den Rehen die Blattfresserei erschweren, aber, nicht vergessen, es k\u00e4mpft nat\u00fcrlich auch dauernd Unkraut im Beet mit den Erdbeerpflanzen um den Platz, und von den nicht totzukriegenden Brombeeren will ich gar nicht erst anfangen. Geschweige denn vom Spinat in den Hochbeeten (weg, Rehe), geschweige denn von den sch\u00f6nen winzigen Kohl-Pilotbl\u00e4ttern (weg, Schnecken).<\/p>\n\n\n\n<p>Will sagen: 1) Mein unm\u00f6glicher Nutzgarten bleibt eine sch\u00f6ne \u00dcbung in Demut. 2) Michel Jacobi kann das alles wesentlich besser. Michel steht aber auch morgens um 5 auf und geht abends um acht schlafen. Sofern er nicht ausnahmsweise zoomt. In diesem Fall (Link unten) mit mir. (Danke :).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wusste nicht, dass Robert Habeck in Schleswig-Holstein so enorm viel Land verwaltet. Ich wusste allerdings schon, dass man sich hierzulande nicht einfach Schlafh\u00fctten aufs Grundst\u00fcck stellen darf und Pferde oder Ziegen daneben, die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden sind, logisch, un\u00fcberwindbar. Doch, ich hatte vor 3 Wochen mal gegoogelt, unter welchen Umst\u00e4nden ich hier Landwirtschaft, Tierhaltung und Tiny Houses verbinden k\u00f6nnte, kurz: Mwuharrharr! Denn, klar: Wo sind wir denn hier? Na, eben, drau\u00dfen nur K\u00e4nnchen, Trinken nur mit Strohhalm, und Sterben ist sowieso verboten, auch drin.<\/p>\n\n\n\n<p>Die eine Bemerkung von Michel will ich aber vorweg spoilern und anders kommentieren, als ich\u00b4s im Gespr\u00e4ch getan habe. Michel wies n\u00e4mlich darauf hin, in der naturnahen Gemeinschaft, in er und seine Familie in Karpatien leben, erreichten viele der \u201eBabas\u201c, der weisen alten Frauen, ein weit h\u00f6heres Alter als anderswo in der Welt, manche w\u00fcrden sogar 80, 85. Bei guter Gesundheit. Hierzulande sterben wir an allem m\u00f6glichen, im Schnitt mit 82. An Corona im Schnitt mit 84. Anders als Michel finden wir das aber nicht im Positiven bemerkenswert. Unser Durchschnittsalter ist doch kein Alter.<\/p>\n\n\n\n<p>Katia w\u00e4re mit 50 fast auf der Strecke geblieben und wei\u00df, dass sie, mit viel Gl\u00fcck, noch 15 Jahre hat. Ich w\u00e4re mit 40 fast auf der Strecke geblieben und hoffe ebenfalls auf die 65. Mein hiesiger Nachbar, flei\u00dfiger Obstbauer, ist 60, hat schon zwei Infarkte hinter sich und wei\u00df, dass er wie all seine m\u00e4nnlichen Vorfahren an Herzversagen sterben wird. M\u00f6glichst, wenn es nach ihm geht, im Feld. Und m\u00f6glichst noch nicht so bald. Aber er freut sich, dass er nicht mit 80 im Heim sitzen wird. W\u00fcrde er nie machen. Notfalls hat er ja sein Gewehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 80j\u00e4hrige Mutter einer Freundin unserer Familie, bis vor 4 Wochen kerngesund, hatte netterweise die Pflege eines vorher Freundes \u00fcbernommen, ebenfalls 80, kerngesund, dann aber frisch doppelgeimpft und schwer angeschlagen. Das Pflegen reichte allerdings nicht, nach einigen Tagen musste der Freund ins Krankenhaus, Diagnose Covid, die inzwischen hustende Freundin wurde mit untersucht, ebenfalls Covid, mit der h\u00f6chsten Virenlast, die die behandelnden Mediziner bis dato gesehen hatten. Beide landeten auf der Intensivstation, der geimpfte, Viren aushustende Freund \u00fcberstand die Lungenentz\u00fcndung um Haaresbreite und ist wieder zu Hause, seine pflegende Freundin nicht. Nach einer Woche im k\u00fcnstlichen Koma, mit Schlauch in der Lunge, wollte man die Patientin wieder aufwecken, stellte fest, dass die Lunge nicht mehr funktioniert, nun muss man der Tochter beibringen, was das bedeutet. Die Tochter hatte bis vorgestern noch nie dar\u00fcber nachgedacht, dass ihre Mutter sterben k\u00f6nnte. Sie ist doch noch jung, erst 80.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mutter der Frau meines Vaters (83) ist 101. Ihre Kinder, um die 80, erw\u00e4gen jetzt, sie doch mal in ein Heim zu bringen, denn das dauernde Krankenhaus-Rein-Raus ist f\u00fcr alle Beteiligten m\u00fchsam.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich frage mich die ganze Zeit, was denn blo\u00df los w\u00e4re, wenn wir akzeptierten, dass man mit 80, 85 Jahren ein langes und sch\u00f6nes Leben hatte. Das nat\u00fcrlich weitergehen kann. Oder auch nicht. Frage mich, was denn blo\u00df los w\u00e4re, wenn wir auch nur den Hauch einer realistischen Einstellung zum Leben und zum Tod h\u00e4tten. Frage mich, was dann los w\u00e4re, wegen \u201eCovid\u201c, und frage mich nicht, sondern wei\u00df, was los w\u00e4re: Nichts.<\/p>\n\n\n\n<p>-> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ks6zlVaWtBg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Auf ein paar abendliche Worte mehr mit Michel Jacobi, Schleswiger Landwirt und Tierz\u00fcchter in Karpatien<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich mag Erdbeeren, aber nur meine unbehandelten (Corona). Die hiesigen Rehe (12) m\u00f6gen Erdbeeren auch, sogar ungeborene, also gr\u00fcne Minif\u00fcrchte und das dazugeh\u00f6rige Gr\u00fcn. 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