{"id":2448,"date":"2020-05-18T10:58:00","date_gmt":"2020-05-18T10:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=2448"},"modified":"2020-06-12T11:09:10","modified_gmt":"2020-06-12T11:09:10","slug":"die-zukunft-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=2448","title":{"rendered":"Die Zukunft (2018 -> 2021)"},"content":{"rendered":"\n<p>Als ich im Juni 2018 das Skript &#8222;Rette sich, wer kann!&#8220; (Westend 2019) beendete, hatte ich den Eintrittszeitpunkt des Horrorszenarios auf 2020 bis maximal 2023 datiert. Ich empfinde die Prognose weiterhin als nicht allzu sehr daneben, deshalb gestatte ich mir das copy\/paste unten. (Die Compliance des Patienten l\u00e4sst sich zwar mit Ausweis und App \u00fcbergangsweise prima \u00fcberwachen, aber am Ende helfen gegen den Restwiderstand doch nur Sensoren, also <em>Abilify MyCite<\/em> und seine Geschwister). Quote:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Das l\u00e4ngst sattsam bekannte Krankheitsh\u00f6kern der Industrie zielt also bevorzugt darauf, den Erkrankten und seinen K\u00f6rper zu trennen \u2013 und die neu erfundenen \u00bbautoimmunen\u00ab Krankheiten m\u00f6glichst so zu gestalten, dass sie nicht nur viel Diagnose und viel Medikation erfordern, sondern gleich das Komplettprogramm: von Ultraschall bis MRT\/CT, OP bis von Klink- oder Reha-Aufenthalt, von Dauermedikationsabo 1 (gegen Problem A) zu Dauermedikationsabo 2 bis 16 (gegen die Nebenwirkungen von Pr\u00e4parat 1 bis 15), und das bis ans Lebensende, Runde um Runde, Stufe um Stufe, immer ein bisschen weiter hinaus in ewige Abh\u00e4ngigkeit. Dies ist und war immer das Ziel, das dringendste Bed\u00fcrfnis des Krankheitssystems: die Gesellschaft, zunehmend bestehend aus Menschen, die es gewohnt sind, Dinge serviert zu bekommen, statt sie zu selbst tun, und zunehmend gef\u00fchrt und behandelt werden will, endlich so zu gestalten, dass es nicht mehr nur schwierig ist, f\u00fcr die eigene Gesundheit zu sorgen, sondern am Ende unm\u00f6glich wird.<a href=\"#_edn1\">[i]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Ziel hat das System, nicht intrinsisch b\u00f6sartig,\nsondern nur inhuman logisch, fest im Blick und arbeitet effektiv und\nkonsequent. Erreicht ist das Systemziel, wenn 50 Prozent von uns in Behandlung\nsind und die anderen 50 Prozent davon leben. J\u00f6rg Blech konstatierte bereits\nvor 15 Jahren: \u00bbSchreitet der Umbau ungest\u00f6rt voran, dann arbeitet jeder\nDeutsche k\u00fcnftig im Gesundheitssystem [\u2026] oder er ist krank \u2013 oder beides\nzusammen.\u00ab<a href=\"#_edn2\">[ii]<\/a>\nWie die Entwicklung seit 1950 zeigt, sind wir auf dem besten Weg, dieses Ziel\nzeitnah zu erreichen, dank exponentiellen Wachstums sogar fast ohne bremsenden\n\u00bbabnehmenden Grenznutzen\u00ab. <\/p>\n\n\n\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Teil des Wegs haben wir bereits zur\u00fcckgelegt, es\nist nicht mehr weit. Der ungeduldige Patient geht l\u00e4ngst dauernd zum Arzt,\nobwohl ihm nichts fehlt, und findet das ganz normal. Parallel ist sicherheitshalber\nauch die Selbstbestimmung gesetzlich untersagt, ganz konkret das gesunde Leben\nauf eigenes Risiko. Seit 2009 verbietet Paragraf 193, Absatz 3, des\nVersicherungsvertragsgesetzes (VVG) den \u00bbversicherungsfreien Selbstzahler\u00ab. <\/p>\n\n\n\n<p>Was fehlt noch? Die Offenlegung aller Patientendaten? Das\nw\u00e4re doch was, n\u00e4mlich \u00fcberaus hilfreich, daher fordert der wichtigste BIP-Treiber,\nder Bund der Deutschen Industrie (BDI), diese Transparenz neuerdings mit\nNachdruck \u2013 sogar \u00f6ffentlich,<a href=\"#_edn3\">[iii]<\/a>\nnicht nur im vertraulichen Gedankenaustausch mit Politikern. So viel Offenheit\nist regelrecht anst\u00e4ndig, verr\u00e4t aber auch, dass der BDI das Mindset des\nDurchschnittskunden wohl noch immer nicht richtig verstanden hat. Denn der muss\ngar nicht mehr vom Gesetzgeber gezwungen werden, alles von sich preiszugeben,\nsondern macht es freiwillig. Nicht nur bei Facebook, indem er rund um die Uhr\nseine Fotos und Stimmungen postet, nein, als Kranker begibt er sich\nschnurstracks zu PatientsLikeMe<a href=\"#_edn4\">[iv]<\/a>\nund macht sich auch dort nackig, minuti\u00f6s: vom Aufstehen bis \u00bbheute nach\nEinnahme von Pr\u00e4parat XY etwas traurig (Stimmungspunkte 4 von 10)\u00ab. Bereits\nmehr als 600.000 Gesundheitskunden mit mehr als 2.800 Erkrankungen spenden dank\ndes Claims \u00bbgive data, share data\u00ab pers\u00f6nlichste Daten ohne Ende, obwohl die\nFirma PLM kein Hehl aus ihrem kommerziellen Ziel macht: \u00bbWir teilen die\nPatientenerfahrungen mit der Industrie, damit diese bessere Medikamente,\nbessere Dienstleistungen und bessere Pflegeangebote entwickeln kann.\u00ab<a href=\"#_edn5\">[v]<\/a>\nAmazon erg\u00e4nzt das Angebot (\u00bbGesundheitskunden wie Sie kauften \u2026\u00ab) mit einer\n2017 ins Leben gerufenen eigenen Krankenversicherung. (Behalten Sie das im\nAuge, als Prime-Kunde, zun\u00e4chst gilt das Angebot nur f\u00fcr Mitarbeiter, aber es\nwird sicherlich zeitnah erweitert).<a href=\"#_edn6\">[vi]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nun fehlt also nur noch eines zum Endsieg, zum Systemnirwana\n\u2013 neue, wieder nicht evidenzbasierte Leitlinien sowie der nun endlich zum\nGesetz verabschiedete, vern\u00fcnftige Zusatz: Wer an der mysteri\u00f6sen (m\u00f6glichst\nautoimmunen) Erkrankung N. N. leidet und sich den studien- und\nleitliniengest\u00fctzten Empfehlungen des Experten, also Facharztes entzieht,\nmithin \u00bbnicht selbst aktiv seine Genesungschancen verbessert, verliert, da er\ndie Solidargemeinschaft zu sch\u00e4digen sucht\u00ab<a href=\"#_edn7\">[vii]<\/a>,\nseinen Anspruch auf Lohnfortzahlung, Krankengeld und\/oder wenig sp\u00e4ter Hartz IV.\nDieser Schritt ist \u00fcberf\u00e4llig und nur vern\u00fcnftig, denn was bleibt dem dringend\nkrankheitsbed\u00fcrftigen System am Ende \u00fcbrig, um auch die Renitenten, die\nNichterfassten, die Verweigerer gef\u00fcgig zu machen? Man wird sie zu ihrem Gl\u00fcck\nzwingen m\u00fcssen. Und, ja, nat\u00fcrlich werden f\u00fcrsorgliche \u00c4rzte, Kassen und\nBeh\u00f6rden die Folgsamkeit, die Compliance aller \u00bbKranken\u00ab rund um die Uhr\n\u00fcberwachen, ganz ohne Hausbesuche. Das ist die Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie, ich leide an Paranoia? Zu viel Science-Fiction\ngeschrieben, der Mann? Na, garantiert! Aber von dieser atemberaubenden Zukunft\nsind wir dennoch nur mehr einen halben Schritt entfernt. Wer das ohnehin schon\nwei\u00df, kann den folgenden Absatz\ngetrost \u00fcberspringen, wer mir hingegen galoppierende\nVerschw\u00f6rungstheoritis attestieren m\u00f6chte, g\u00f6nne sich exemplarisch den kurzen\nBlick auf das sch\u00f6ne Pr\u00e4parat Abilify, dessen Hersteller ich schon 2014 wegen\nseiner m\u00f6rderisch gelungenen Lobbyarbeit \u00f6ffentlich \u00fcber den gr\u00fcnen Klee lobte.<a href=\"#_edn8\">[viii]<\/a>\nDenn damals war Abilify an die Spitze der weltweiten Blockbuster-Charts\ngest\u00fcrmt und hatte mit 7 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz sogar Viagra\nverdr\u00e4ngt \u2013 bemerkenswert, weil Abilify, grob gesagt, ein radikaler\nHirnabschalter ist, mit dem man allenfalls Anstaltsinsassen behandeln sollte.\nUnd vielleicht nicht mal die, denn Abilify, ein Thorazin-Klon, hat haufenweise\ngef\u00e4hrliche Nebenwirkungen und allerh\u00f6chstes Suchtpotenzial. Seit 2014 ist das\nZeug aber freigelassen und wird in den USA nicht mehr nur Schwerstbipolaren und\nSchizophrenen verabreicht, sondern auch ganz normal Bek\u00fcmmerten, vulgo\n\u00bbDepressiven\u00ab, sprich nach Lage der Verschreibungspraxis in Sachen\nPsychopharmaka (\u00bbFinden Sie den November nicht dieses Jahr auch besonders grau?\nIch hab da was f\u00fcr Sie\u00ab)<a href=\"#_edn9\">[ix]<\/a>,\njedem, der\u2019s m\u00f6chte oder der nicht schnell genug Nein ruft. Fragen Sie einfach\nIhren Arzt oder Apotheker, wenn Sie die Gegenwart nicht mehr ertragen, mit\nAbilify ist Totenstille im Hirn, das Pflegepersonal kann shoppen gehen \u2013 und\nSie k\u00f6nnen nicht mal mehr die Packungsbeilage lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>2017 haben die Abilify-Genies allerdings noch mal einen\ndraufgesetzt und endlich daf\u00fcr gesorgt, dass die massive Verschwendung durch \u00bbNon-Compliance\u00ab\nendet (Medikamente im Wert von etwa 100 Milliarden Dollar landen allj\u00e4hrlich im\nM\u00fcll), denn nicht jeder, der Abilify verschrieben bekommt, nimmt das Zeug\ntats\u00e4chlich ein. Deshalb enth\u00e4lt das neue Produkt \u00bbAbilify MyCite\u00ab: einen Sensor\nbeziehungsweise einen Sender. Wie die US-Nahrungs- und Arzneimittelbeh\u00f6rde FDA\nerl\u00e4utert, sendet dieser Sensor \u00bbein Signal aus, wenn die Tablette mit der\nMagenfl\u00fcssigkeit in Kontakt gelangt. Aufgefangen wird das Signal von einem\nEmpf\u00e4nger, der mit einem Pflaster auf dem Brustkorb des Patienten angebracht\nist. Der Empf\u00e4nger sendet wiederum eine Botschaft an eine App. Diese erm\u00f6glicht\nes dem Arzt, Pflegern, Angeh\u00f6rigen oder Freunden, auf ihren Mobilger\u00e4ten zu\nkontrollieren, ob der Patient das Medikament den Anweisungen entsprechend\neinnimmt.\u00ab<a href=\"#_edn10\">[x]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Wie sch\u00f6n, wie bequem! Da kann der Patient also auf seinem Smartphone\nnachschauen, ob er seine Pille heute schon genommen hat. Und seine Frau kann\nauch nachschauen. Oder <em>ihr<\/em> Mann kann\nauf <em>seinem<\/em> Smartphone nachschauen, ob\nsie ihre Pille schon genommen hat, auch und gerade, wenn es <em>die<\/em> Pille ist und er keinen Kinderwunsch\nhat, im Gegensatz zu ihr. Es kann aber auch sein oder ihr Arzt nachschauen.\nOder seine beziehungsweise ihre Kasse. Und nat\u00fcrlich wird es zeitnah eben jene\nLeitlinie geben, die gerade bei tempor\u00e4r arbeitsunf\u00e4higen \u00bbDepressiven\u00ab\nzwingend vorschreibt, dass die Arbeitsunf\u00e4higen sich an die \u00e4rztlichen\nVerordnungen halten, andernfalls entf\u00e4llt deren Leistungsanspruch gegen\nArbeitgeber und Krankenkasse \u2013 und das wollen Sie doch nicht, oder? Unter\nwelche Br\u00fccke, sagten Sie, wohnen Sie danach? Und funktioniert da \u00fcberhaupt der\nNachsendeauftrag?<\/p>\n\n\n\n<p>Denken Sie\u2019s gern in Ruhe zu Ende, bei einem (noch) sensorlosen\nKaffee oder Rotwein oder im Bad, auf ihrer (noch nicht) smarten Toilette, mit\nihrem (noch nicht) ihre t\u00e4glich absolvierten Schritte und anderen Bewegungen an\ndie Beh\u00f6rden meldenden Fitnessarmband. Mit abschlie\u00dfendem Blick auf Ihr\nSmartphone, das (bereits heute), selbst wenn sie die Karte herausnehmen und auf\n\u00bbFlugmodus\u00ab schalten, jede Ihrer Bewegungen an Dr. Google \u00fcbermittelt.<a href=\"#_edn11\">[xi]<\/a>\nDer Pillensensor, finales \u00dcberwachungstool, ist jedenfalls nicht schwer\neinzubauen, ganz gleich, in welches Pr\u00e4parat \u2013 solange es nur im Magen landet.\nHersteller Otsuka Pharmaceutical h\u00e4lt den\nentsprechenden Anteil der Pille f\u00fcr problemlos verdaulich, garantiert auch\nmental. Alle weiteren Details, auch zu den denkbaren naheliegenden\nSzenarien, finden Sie weiterhin in der kritischen Verschw\u00f6rungstheoretiker-Fachpresse,<a href=\"#_edn12\">[xii]<\/a>\naber inzwischen auch im Mainstream.<a href=\"#_edn13\">[xiii]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aber wir wollen nicht pessimistisch sein. Wir wollten uns an\ndieser Stelle nur froh und dankbar klar machen, dass die Zukunft erst vor der\nT\u00fcr steht, aber noch nicht mitten in unserem Medikamentenschrank<em>. <\/em>Denn auch wenn bei den uns\nverschriebenen Medikamenten die Evidenzbasis in der Regel fehlt und Leitlinienautoren\nin der Regel zu 90 Prozent mit der Pharmaindustrie verbandelt sind: <em>Noch<\/em> kann uns keiner zwingen, uns\ngesundheitlich zu schaden oder uns selbst umzubringen. <\/p>\n\n\n\n<p>Treten wir einen Schritt zur\u00fcck und betrachten das Wirken\nder Maschine, m\u00fcssen wir indes anerkennen, dass sie auf faszinierende Weise\neffektiv arbeitet. K\u00fcnstliche Intelligenz kann seit J\u00fcngstem sogar unseren\nTodeszeitpunkt verbl\u00fcffend korrekt vorhersagen,<a href=\"#_edn14\">[xiv]<\/a>\nw\u00e4hrend die KI-Programmierer selbst gar nicht mehr nachzuvollziehen in der Lage\nsind, <em>wieso<\/em> die Prognosen ihrer\nSch\u00f6pfung so \u00fcberaus zutreffend sind. Die gern bem\u00fchte <em>Matrix-<\/em>Horrorvision der Geschwister Wachowski ist im Krankensystem\nl\u00e4ngst Realit\u00e4t, ganz ohne plakative Menschenk\u00f6rpertanks \u2013 die Maschine ern\u00e4hrt\nsich von uns. Wir sind Objekt, nicht Subjekt, Nahrung, nicht Kunde, Benzin,\nnicht Passagiere, denn nicht unsere Gesundheit ist essenziell, sondern unsere\nKrankheit. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese faszinierende Maschine ist ehrfurchtgebietend gro\u00df,\nm\u00e4chtig und unzerst\u00f6rbar \u2013 weil zu viele von ihr profitieren, manche als\nCEO-Vorarbeiter, die meisten als Schaffner, Mechaniker und Kellner, billig\neingekauft. Und steckten wir selbst nicht als Brennstoff mittendrin in diesem\nWunderwerk, w\u00e4re es wohl schlicht spannend, weiter zu beobachten, wohin das alles\nf\u00fchren wird \u2013 ob die Maschine am Ende alles selbst konsumiert oder uns qua\nautoaggressiver Explosion anderweitig mitrei\u00dft oder eben vorher Wege findet,\nnur 70 Prozent<a href=\"#_edn15\">[xv]<\/a> von uns loszuwerden und\nden Rest unter sich und ihresgleichen auszumachen. Sicher zur Freude unseres\nPlaneten, aber ebenso sicher nicht zu unserer. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer kann es uns verdenken, dass wir, statt den Kopf zu\nwenden und diese Wirklichkeit anzuerkennen, doch den Blick lieber weiterhin\nfest die H\u00f6hlenwand gerichtet halten beziehungsweise, mit gesenktem Kopf, auf\ndie H\u00f6hlenwand 2.0, unser Smartphone. Was dort geboten wird, ist, ohne Frage,\nam\u00fcsanter. Der kleinen Gruppe von Spa\u00dfbremsen aber, die weiterhin stur die\nRealit\u00e4t anerkennt, und umso sturer frei denken und leben will, verbleibt ein\nHoffnungsschimmer, ein kleiner Rest Souver\u00e4nit\u00e4t, ihr Leben selbst lebenswert\nzu gestalten. Denn noch sieht die Maschine nicht alles, noch werden wir nicht\nzur uns selbst schadenden Compliance gezwungen. Noch k\u00f6nnen wir gesund bleiben\n\u2013 oder es wieder werden. Noch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie lange? Zwei Jahre? F\u00fcnf?<\/p>\n\n\n\n<p>Beeilen wir uns, die letzten Pr\u00e4missen zu korrigieren \u2013 intern \u2013 und so gesund zu sein und zu bleiben (oder wieder zu werden), dass uns das System nicht findet.&#8220;<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\">[i]<\/a> Ich glaube, das ist mehr oder weniger frei nach\nIllich, a. a. O., aber ich bin nicht sicher.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\">[ii]<\/a> Blech, a. a. O., S. 221.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\">[iii]<\/a> \u00bbDer BDI\nhabe deshalb eine neue Initiative \u203aGesundheit\ndigital\u2039 gestartet. Es gehe darum, weniger\nVerteilungsdiskussionen \u2013 etwa um die B\u00fcrgerversicherung \u2013 zu f\u00fchren, sondern\nmehr \u00fcber Innovationen und Investitionen zu reden und sie umzusetzen. Der\nSchl\u00fcssel zum Erfolg sei die F\u00e4higkeit, gro\u00dfe Datenmengen zu erheben, zu\n\u00fcbertragen und zu verarbeiten. \u203aDie\nk\u00fcnftige Bundesregierung muss rasch die gesetzlichen Grundlagen f\u00fcr die Nutzung\nvon Gesundheitsdaten schaffen\u2039,\nforderte Kempf. (\u00bbBDI-Pr\u00e4sident Dieter Kempf: \u203aWir brauchen rasch eine neue\nRegierung\u2039, Finanzen.net, 11. Januar 2018, <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/nachricht\/aktien\/bdi-praesident-dieter-kempf-quot-wir-brauchen-rasch-eine-neue-regierung-quot-5907574\">https:\/\/www.finanzen.net\/nachricht\/aktien\/bdi-praesident-dieter-kempf-quot-wir-brauchen-rasch-eine-neue-regierung-quot-5907574<\/a>.=<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\">[iv]<\/a> Vgl.\nhttps:\/\/www.patientslikeme.com\/about.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\">[v]<\/a> PLM macht indes kein\nGeheimnis aus dem Grund f\u00fcr die Datensammelei, das erkl\u00e4rte Ziel der Company\nlautet: \u00bbThen, we share the patient experience with the industry so they can\ndevelop better products, services, and care.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\">[vi]<\/a> Siehe zum Besipiel Thomas Straubhaar, \u00bbSo gef\u00e4hrlich ist\nAmazons Krankenversicherung f\u00fcr uns\u00ab, Welt, 6. Februar 2018, https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article173229888\/Amazons-Krankenversicherung-fuehrt-in-den-Ueberwachungsstaat.html.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\">[vii]<\/a> Polit-Mietmaul N. N., herbeizitiert aus der\nnahen Talkshow-Zukunft (2020 ff.).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\">[viii]<\/a> B\u00f6ttcher, \u00bbTop of The Pops\u00ab, 17. November 2014; http:\/\/www.erz\u00e4hler.net\/?p=1432.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\">[ix]<\/a> Keine Comedy-Erfindung, sondern O-Ton meines\nNeurologen, als der mir \u2013 gratis \u2013 ein paar Probepackungen Antidepressiva\nandrehen wollte. Ich fand den November aber nur ganz normal grau. Daf\u00fcr aber\nden Arztkittel trotz des strahlenden wei\u00df unsauber.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\">[x]<\/a> \u00bb\u203aAbility\nMyCite\u2039: Die sprechende Tablette\u00ab, Die Presse,\n15. November 2017, <a href=\"https:\/\/diepresse.com\/home\/leben\/gesundheit\/5320744\/Ability-MyCite_Die-sprechende-Tablette\">https:\/\/diepresse.com\/home\/leben\/gesundheit\/5320744\/Ability-MyCite_Die-sprechende-Tablette<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\">[xi]<\/a> Zum Google-Smartphone im Flugmodus siehe\nbeispielsweise <a href=\"https:\/\/m.youtube.com\/watch?feature=youtu.be&amp;v=g4MK76dDCDk\">https:\/\/m.youtube.com\/watch?feature=youtu.be&amp;v=g4MK76dDCDk<\/a>. Informationen zur umfassenden Abh\u00f6rfunktion der\nFacebook-App bei eingeschaltetem Smartphone findet der geneigte Interessent im\nBrowser seines Vertrauens, zus\u00e4tzliche Informationen bietet die analoge Lekt\u00fcre\nvon Scotts Galloways The Four. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\">[xii]<\/a> Andreas Peglau; \u00bbHurra,\ndie \u00dcberwachungspille ist da!\u00ab, Rubikon, 25. November 2017, <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/hurra-die-uberwachungspille-ist-da\">https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/hurra-die-uberwachungspille-ist-da<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\">[xiii]<\/a> Siehe exemplarisch Pam\nBelluck: \u00bbFirst Digital Pill Approved to Worries About\nBiomedical \u203aBig Brother\u2039, New York Times, 13. November 2017,\nhttps:\/\/www.nytimes.com\/2017\/11\/13\/health\/digital-pill-fda.html. Oder Franziska\nKnupper: \u00bbDigitale Medizin: Absolute \u00dcberwachung oder\nhilfreiches Werkzeug?\u00ab, BZ,\n5. April 2018,\nhttps:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wissen\/digitale-medizin-absolute-ueberwachung-oder-hilfreiches-werkzeug&#8211;29967794.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\">[xiv]<\/a> Die Todeszeitpunktvorhersage ist in Arbeit, die\nStanford University ist schon verbl\u00fcffend nah dran (vgl. \u00bbStanford\u2019s AI\nPredicts Death for Better End-of-Life Care\u00ab, IEEE Spectrum, 16. Januar 2018, <a href=\"https:\/\/spectrum.ieee.org\/the-human-os\/biomedical\/diagnostics\/stanfords-ai-predicts-death-for-better-end-of-life-care\">https:\/\/spectrum.ieee.org\/the-human-os\/biomedical\/diagnostics\/stanfords-ai-predicts-death-for-better-end-of-life-care<\/a>). Das behauptete Ziel der KI-Offensive ist\nnat\u00fcrlich: \u00bbWir wollen die Patienten doch lieber zum Sterben nach Hause\nschicken.\u00ab Wer\u2019s glaubt, wird garantiert selig. Denn es l\u00e4sst sich ja nicht von\nder Hand weisen, dass die Maschine sich bei vorhandener prima Prognose\nrechtzeitiger vorbereiten k\u00f6nnte \u2013 und so unsereins schon sechs Wochen vor\nunseren Tod teuer umsorgen kann, damit wir nicht auf den letzten Metern noch\nden Konsum verweigern. Wer dem Link folgt, wundere sich nicht \u00fcber die\nNonchalance, mit der inzwischen in der Tech-Szene dar\u00fcber berichtet wird, dass\ndie (korrekten!) Prognosen der KI f\u00fcr uns Menschen gar nicht mehr\nnachvollziehbar sind. <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\">[xv]<\/a> 30 Prozent Entwarnung: Die Menschheit stirbt\nbeileibe nicht aus! Zu den in naher Zukunft entbehrlichen 70 Prozent z\u00e4hlen\nweder jene, die fast allen Besitz der Welt auf sich vereinen (10 Prozent) und\nauch nicht jene<em>, <\/em>diesich als Handwerker und Sklaven\nn\u00fctzlich machen k\u00f6nnen (20 Prozent). Noch werden wir (70 Prozent) indes\ngebraucht, als Mittel zum BIP-Zweck \u00bbWachstum\u00ab. Es ist zwar unklar, wie lange\nnoch, aber bis zum Release-Date des neuen iPhone wird\u2019s garantiert noch\nreichen. Also nur die Ruhe, f\u00fcr alles Wichtige ist gesorgt: Don\u2019t panic!<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich im Juni 2018 das Skript &#8222;Rette sich, wer kann!&#8220; (Westend 2019) beendete, hatte ich den Eintrittszeitpunkt des Horrorszenarios auf 2020 bis maximal 2023 datiert. 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