{"id":243,"date":"2011-06-26T20:34:46","date_gmt":"2011-06-26T20:34:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=243"},"modified":"2011-06-26T20:34:46","modified_gmt":"2011-06-26T20:34:46","slug":"es-gibt-kein-wahres-leben-im-echtleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=243","title":{"rendered":"Es gibt kein wahres Leben im Echtleben"},"content":{"rendered":"<p>Tja. Viel besprochen und von den Kollegen gelobt: <strong><em><span style=\"color: #000000;\">Katja Kullmann<\/span><\/em><\/strong>, studierte Freelancerin im Hochglanzschungel, Bestseller (?)-Autorin mit einer Schrift \u00fcber den Zeitgeist und anderer Leute Kunst (<strong><em><span style=\"color: #000000;\">Generation Ally<\/span><\/em><\/strong>), vor\u00fcbergehende HartzIV-Empf\u00e4ngerin nach dem Abbr\u00f6ckeln des Kurzruhms \u2013 und jetzt, mit 40 und den Memoiren, Teil 1, wieder in aller Munde. So weit, so meinetwegen. Aber was will sie uns oder z. B. mir, der ich blo\u00df ein paar Jahre \u00e4lter bin als sie und im weitesten Sinn in der gleichen Branche unterwegs, jetzt damit sagen, mit ihrem <strong><em><span style=\"color: #000000;\">Echtleben<\/span><\/em><\/strong>? Dass man als K\u00fcnstlerIn, als AutorIn scheitern kann \u2013 sogar ohne Kinder, ohne Scheidung und ohne schwere Krankheit? Dass man einfach so scheitern kann, wegen \u201ewei\u00df auch nicht\u201c, \u201ehab ich nie dr\u00fcber nachgedacht\u201c oder \u201eeigentlich kann ich auch gar nichts besonders gut\u201c, scheitern als zum Beispiel &#8211; Katja Kullmann? Oder wollte sie nur festhalten, dass unsere K\u00fcnstler und Autoren von Jahr zu Jahr schlechter bezahlt werden? (K\u00f6nnte das daran liegen, dass inzwischen <em>jeder<\/em> K\u00fcnstler, Autor, Leser-Reporter und Twitterblogger ist \u2013 und dass die Nachfrage einfach nicht Schritt halten kann? Und k\u00f6nnte man dar\u00fcber nicht sogar mal &#8230; nachdenken? Oder etwas schreiben?)<\/p>\n<p>Kullmanns Buch ist sehr pers\u00f6nlich. Und legt pers\u00f6nlich Zeugnis ab vom Beliebigen, Austauschbaren. Schreiben kann sie, ohne Frage \u2013 aber was noch? Sympathisierend, aber hilflos lese ich diesen 250-Seiten-Bericht und frage mich bis zum Ende: wozu eigentlich? Nur um best\u00e4tigt zu finden: Autoren von diesem Kaliber gab es schon immer, und sie hatten es immer schwer?<\/p>\n<p>Was vollst\u00e4ndig fehlt ist ein Blick \u00fcber den Tellerrand, \u00fcber das laute Ich hinaus. Eine Analyse, wenigstens eine Mutma\u00dfung, eine Ahnung, was geschieht, weshalb es geschieht, was ggf. sogar wie zu \u00e4ndern w\u00e4re; eine Haltung, in der Tat, nicht zum Ego, sondern zum Ganzen. Aber auch das steht ja drauf, im Untertitel: <em>Warum es heute so kompliziert ist, eine Haltung zu haben<\/em>. Warum es f\u00fcr Kullmann schwer ist, erschlie\u00dft sich jedenfalls ersch\u00f6pfend, und tats\u00e4chlich sucht man auf den 250 Seiten bis zuletzt jegliche Haltung zu irgendwas vergeblich.<\/p>\n<p>(Kaufen wollen wir das Buch trotzdem. Denn Kullmann soll ja nicht verhungern, und Eichborn erst recht nicht. Und solange wir au\u00dfer der Kr\u00fccke <strong>Flattr<\/strong> (check: hier) keine Idee entwickelt haben, wir wir unsere K\u00fcnstler retten k\u00f6nnen, geht\u00b4s ja weiterhin nur so: qua 10% vom Ladenpreis als <em>Life Support<\/em>.)<\/p>\n<p><strong>Katja Kullmann \/ Echtleben &#8211; <\/strong>Warum es heute so kompliziert ist, eine Haltung zu haben. Eichborn 2011, 255 Seiten, 17.99 \u20ac<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tja. 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