{"id":232,"date":"2011-06-16T18:42:21","date_gmt":"2011-06-16T18:42:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=232"},"modified":"2011-06-16T18:42:21","modified_gmt":"2011-06-16T18:42:21","slug":"satan-graumeliert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=232","title":{"rendered":"Satan, graumeliert"},"content":{"rendered":"<p>Beginnen wir zuf\u00e4llig mit \u201eJauche im Blut\u201c, dem Kapitel V &#8211; einem Referat \u00fcber die Verseuchung der Gew\u00e4sser und die Folgen in Form von t\u00f6dlichen tierischen Darmbakterien mitten in der Nahrungskette. Danach schreiten wir dann in der vom Autor gew\u00fcnschten Reihenfolge von vorn bis hinten durch die knapp 500 Seiten und lauschen den Vortr\u00e4gen der zust\u00e4ndigen Hilfsteufel aus den Dezernaten Fortschritt, Versteppung, Verpestung, Verseuchung, Feinkostvergiftung, Zerst\u00f6rung der Arbeitsmoral durch Automation, g\u00f6nnen uns die Erfolgsbilanzen des Medizinteufels und des Atomteufels &#8230;<\/p>\n<p>Das drum herum gestrickte \u201eFormat\u201c ist schlicht, aber h\u00fcbsch: Vier Menschen, mehr oder weniger zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt, m\u00fcssen sich diese gesammelten Schauerbilanzen der satanischen Abteilungsleiter vom \u201eBoss\u201c anh\u00f6ren, hoch \u00fcber den sterblichen Dingen in seinem Wolkenkratzer aus Glas und Stahl; die Analyse ist treffend und mit Unmengen Zahlen angereichert, aber am allerbemerkenswertesten ist, dass das hiermit angepriesene hellsichtige Buch nicht direkt aus dem Fr\u00fchjahrsprogramm 2011 der deutschen Verlage stammt, sondern von 1958.<\/p>\n<p>Es hei\u00dft: <strong><em>Der Tanz mit dem Teufel \u2013 ein abenteuerliches Interview<\/em><\/strong>*, und geschrieben hat\u00b4s <strong><em>G\u00fcnther Schwab<\/em><\/strong>, ein flei\u00dfiger F\u00f6rster und Journalist, geboren in Prag, gelebt und gestorben in \u00d6sterreich. Beeindruckend ist das Werk nicht nur, aber durchaus auch wegen der akribischen Dokumentation (ich erspare mir den Hinweis, dass so etwas in Zeiten vor Textverarbeitung, Google und Wiki eine echte Herkulesaufgabe war), erst recht aber ist das Ganze ersch\u00fctternd.<\/p>\n<p>Was haben unsere Eltern eigentlich 1958 gemacht? DSDS gekuckt? Oder vor lauter Bl\u00e4ttern im Otto-Katalog nicht mitgekriegt, dass eine der blo\u00df 4.000 Neuerscheinungen des Jahres 1958 ihnen vollrohr an den Nierentisch h\u00e4tte gehen m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Blo\u00df nicht dr\u00fcber nachdenken. Denn diese Vollpfosten kann man ja nicht mal enterben, geschweige denn ihnen die Leviten lesen. Da sei das andere dicke Buch vor; um Haaresbreite &#8230;<\/p>\n<address><strong>G\u00fcnther Schwab, Der Tanz mit dem Teufel <\/strong>&#8211; ein abenteuerliches Interview. Sponholz 1958\/1991, 492 S., 14.90 \u20ac (TB); meine frische antiquarische Ausgabe sieht aber eindeutig besser aus &#8230; <\/address>\n<address><\/address>\n<address>* Wie oder wieso ich, bitte, \u00fcber so was stolpere? Mei. Manchmal hat diese ganze fiese KI ja auch Vorteile, zum Beispiel dann, wenn man in einem neugierigen Moment bei den Amazonen nachschaut, wie denn das eigene neue Buch und die frischen B\u00fccher der gesch\u00e4tzten Freunde und Verwandten so dastehen, in den Charts. Da schl\u00e4gt dann n\u00e4mlich der smarte Rechner nach Eingabe der als \u00d6ko-Thriller getaggten \u201eProphezeiung\u201c sowie von <strong>Jens B\u00f6ttcher<\/strong>s neuem und exzellentem <strong>Interview mit dem Teufel <\/strong>\u2013 eben: G\u00fcnther Schwab vor. Und da k\u00f6nnt\u00b4 man dann doch glatt seinen Frieden mit dieser ganzen Totalerfassung machen, stundenlang.<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beginnen wir zuf\u00e4llig mit \u201eJauche im Blut\u201c, dem Kapitel V &#8211; einem Referat \u00fcber die Verseuchung der Gew\u00e4sser und die Folgen in Form von t\u00f6dlichen tierischen Darmbakterien mitten in der Nahrungskette. Danach schreiten wir dann in der vom Autor gew\u00fcnschten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=232\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,36,3,6,8,5,27],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/232"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=232"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/232\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":235,"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/232\/revisions\/235"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}