{"id":1769,"date":"2016-03-10T12:25:00","date_gmt":"2016-03-10T12:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=1769"},"modified":"2016-03-10T12:25:00","modified_gmt":"2016-03-10T12:25:00","slug":"der-schopfer-ist-eine-privatbank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--erzhler-7wa.net\/?p=1769","title":{"rendered":"Der Sch\u00f6pfer ist eine Privatbank"},"content":{"rendered":"<p>Dass einem bei <strong>Paul Schreyer<\/strong>s Rundgang durch die Geb\u00e4ude der Geldregierung gelegentlich dezent schwindlig wird, liegt nicht am eloquenten Reisef\u00fchrer, sondern an der pr\u00e4sentierten Architektur: In einem so komplexen mehrst\u00f6ckigen Spiegelpalast verliert der Besucher eben doch gelegentlich die Orientierung. Oder steht auch mal mit einem Fu\u00df im luftleeren Raum, erschrocken, wahlweise fassungslos.<\/p>\n<p>Die eleganten 192 Seiten \u201e<strong>Wer regiert das Geld<\/strong>\u201c lie\u00dfen sich indes unzul\u00e4ssig verk\u00fcrzen auf den konstatierenden Kern, dass wir tats\u00e4chlich nichts mehr zu melden haben &#8211; und \u201ewir\u201c meint eben nicht \u201edu und ich\u201c, sondern \u201edu und ich und all unsere Vertreter\u201c. Diese l\u00e4ngst gef\u00fchlte Wahrheit belegt Schreyer eindrucksvoll, macht aber nicht den bei anderen Kritikern beliebten Fehler, Geld, Geldsch\u00f6pfung, Kredite und Schulden per se zum Teufelswerk zu erkl\u00e4ren, sondern schildert den jahrhundertelangen Kampf um das Recht zur Geldsch\u00f6pfung ungetr\u00fcbt von ideologisch eingef\u00e4rbten Brillen.<\/p>\n<p>Stehen bleibt der besorgniserregend sch\u00f6n gebaute Spiegelpalast. Und wer genau hinschaut resp. \u2013liest, findet endlich sogar die Antwort auf die Frage, weshalb die nie gew\u00e4hlten Herren und Damen der Welt (von IWF bis Fed) so ungeheuer selbstsicher auftreten und Mofafahrern wie Varoufakis nicht mal <em>zuh\u00f6ren<\/em>. Mir jedenfalls war zwar bewusst gewesen, dass unsere Banken permanent Geld aus dem Nichts erzeugen, nicht aber vollst\u00e4ndig klar war mir bis zur Lekt\u00fcre von Schreyers Kapitel 3 gewesen, dass die Banken a) sich mittels Staatsanleihen allw\u00f6chentlich risikolos steuerfinanzieren und b), wichtiger, l\u00e4ngst auch alle weltweiten Bilanzierungsregeln selbst festlegen. Und was nur nach einem Glasbaustein aussieht, ist de fato das Fundament, auf dem der ganze Palast bombenfest steht: nach Lage der Dinge droht den Banken n\u00e4mlich tats\u00e4chlich nicht mehr die geringste Gefahr. Jedenfalls nicht von \u201edir und mir und allen, die wir w\u00e4hlen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>P.S.: Neben der Erhellung hat die Lekt\u00fcre einen weiteren angenehmen Effekt, jedenfalls f\u00fcr mich: Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich froh, dass sich auf meinem Girokonto kein \u201eGeld\u201c befindet. (Gut, zugegeben, noch froher w\u00e4re ich nat\u00fcrlich, wenn ich anderes Geld h\u00e4tte, also sogar <em>echtes<\/em>, aber man kann ja nun wirklich nicht alles haben).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/offer-listing\/3864891256\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3864891256&amp;linkCode=am2&amp;tag=www119fragede-21\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=3864891256&amp;Format=_SL250_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=www119fragede-21\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=www119fragede-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3864891256\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><strong>Paul Schreyer: Wer regiert das Geld?<\/strong> &#8211; Banken, Demokratie und T\u00e4uschung (Westend 2016, 220 S., 16.99 \u20ac)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass einem bei Paul Schreyers Rundgang durch die Geb\u00e4ude der Geldregierung gelegentlich dezent schwindlig wird, liegt nicht am eloquenten Reisef\u00fchrer, sondern an der pr\u00e4sentierten Architektur: In einem so komplexen mehrst\u00f6ckigen Spiegelpalast verliert der Besucher eben doch gelegentlich die Orientierung. 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